Einweihung in Afghanistan

Artikelinfo
Datum: 
25.01.2012
Autor: 
Office Cap Anamur

Vergangene Woche war es soweit: Das von Cap Anamur gebaute Krankenhaus in Afghanistan wurde feierlich eröffnet. Zu der offiziellen Übergabe reiste Geschäftsführer Bernd Göken gemeinsam mit unserem langjährigen Mitarbeiter Faisal Haidari und dem Fotografen Jürgen Escher nach Shade. Neben Vertretern der Gesundheitsbehörde ließen es sich auch die Dorfältesten und zahlreiche interessierte Anwohner nicht nehmen, die neue Einrichtung zu begutachten: Sie alle freuten sich über den Besuch aus Deutschland und bedankten sich bei Cap Anamur und den Spendern in Deutschland, insbesondere bei Hanno Helms. Der pensionierte Lehrer aus Bad Hersfeld ermöglichte mit seiner großzügigen Spende erst dieses Bauvorhaben.
Hilfe für das Projekt gab es auch von den Afghanen: So wurde das Grundstück für den Neubau von einheimischen Privatbürgern zur Verfügung gestellt. Unterstützung beim Bau bekamen wir von den Menschen der umliegenden Dörfer, die tatkräftig mit anpackten. Einer der lokalen Redner berichtete, dass dieses Gemeinschaftsprojekt eine Brücke zwischen den umliegenden Dörfern geschlagen hat: Die einst zerstrittenen Dorfgemeinschaften haben sich durch das gemeinsame Ziel wieder einander angenähert. „Diese Versöhnung freut uns sehr“, sagt Bernd Göken. „Cap Anamur hat gute Erfahrungen damit gemacht, die Anwohner mit einzubinden. Dadurch wird es zu ihrem Projekt und die Menschen kümmern sich auch in Zukunft um das Krankenhaus.“
Wie wichtig diese Einrichtung für die Region ist, zeigen die Zahlen: Bereits in den ersten drei Mona-ten, in denen der Krankenhausbetrieb aufgenommen wurde, war die Klinik von morgens bis abends voll; rund 200 Patienten kommen am Tag. Kaum verwunderlich, denn das Einzugsgebiet der Einrichtung umfasst die 13 umliegenden Dörfer mit einer Population von insgesamt rund 45.000 Menschen. Die nächstgelegene Möglichkeit für medizinische Versorgung liegt im etwa 60 Kilometer entfernten Herat. Nun können die Menschen in ihrem neuen Krankenhaus ambulant versorgt werden. Für die schweren Fälle verfügt das Krankenhaus über eine stationäre Abteilung mit 12 Betten.


Der Vertreter des Ministry of Public Health der Provinz Herat lobte die Form der medizinischen Ein-richtung und erklärte, dass sie schon jetzt als Modellbeispiel für die Form des CHC (Comprehensive Health Center) gelte. Cap Anamur wird sich in den kommenden drei Jahren um die Ausstattung, das Personal und die Klinikführung kümmern. Derzeit arbeiten zwölf Angestellte in der Klinik. Gesucht wird noch eine afghanische Ärztin, doch medizinisches Fachpersonal ist schwer zu finden, insbesondere weibliches. Als Verstärkung werden demnächst je zwei Absolventinnen unserer Geburtshilfe- und Krankenpflege-Ausbildung zu dem Team hinzukommen.

Fotos: Jürgen Escher / Cap Anamur