Afrika - eine Herausforderung
Warum geht Cap Anamur nicht sofort nach Afrika?
Cap Anamur hat seinen Spenderinnen und Spendern immer versprochen, kein Geld an Regierungen zu geben und selbst vor Ort bei der Organisation und Verteilung der Hilfe mitzuwirken. Dieses Versprechen konnten wir bisher halten.
Zimbabwe hat bis heute seine Politik nicht aufgegeben, Hilfe als Belohnung für die eigene Partei und als Bestrafung für die Mitglieder und Wähler der Opposition zu mißbrauchen. Zimbabwe hält dafür, daß Bürger in Deutschland und Europa verpflichtet sind, den Menschen jetzt schnell und bedingungslos zu helfen.
In dem West-Zimbabwe-Distrikt Binga liegen ungenutzt und halb verrottet 115 Tonnen eines hoch proteinhaltigen Hafermehls, das für die Zusatzernährung der dortigen Schulkinder gespendet worden war. Die schwerbewaffnete Miliz des Präsidenten Mugabe erlaubt die Verteilung deshalb nicht, weil in dem Distrikt 85 % der Bewohner für die Oppositionspartei gestimmt haben!
Seit 20 Jahren erleben Menschen in Deutschland die periodisch aufeinanderfolgenden Hungerkatastrophen in verschiedenen Ländern Afrikas. Bis heute hat sich die Politik der Regierungen nicht geändert. Malawi hatte beispielsweise eine Maisreserve von 160.000 Tonnen angelegt. Aber ganz offenbar wurde diese Maisreserve von Ministern der eigenen Regierung gestohlen und zu einem horrenden Gewinn auf dem eigenen Markt verkauft.
In einem souveränen Land ist zunächst einmal die eigene Regierung für die Ernährung der Bevölkerung zuständig. Erst in Notsituationen sind reiche Länder gefragt zu helfen, wenn sie darum gebeten werden. Und die Bevölkerung ist - wie wir das in all den Jahren hier in Deutschland erfahren haben - ja auch bereit zu spenden.
Cap Anamur hat die Botschaften der afrikanischen Länder Zimbabwe, Malawi und Sambia angeschrieben und gefragt, ob eines der Hungerländer, die da in Frage kommen, sich bereit erklärt, sich nach den alten guten Standards humanitärer Hilfe zu öffnen. Auf gut Deutsch heißt das: Das afrikanische Land wird für jemanden, der Geschenke der deutschen Spender ins Land bringt, seine Grenze öffnen. Die begünstigte Regierung wird den Helfern, die dann mit einer Nahrungsmittelhilfe in Höhe von 1- 2 Mio Euro hantieren, ein kostenloses Visum geben.
Nochmals: Wir wollen helfen, aber nur dann, wenn die Bedingungen für die humanitäre Arbeit erfüllt werden und für uns und damit unsere Spender akzeptabel sind.
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