23 Jahre Cap Anamur
Cap Anamur ist bis heute im Auftrag von Tausenden von Spendern unterwegs. Rupert Neudeck hat in dem Buch "Die Menschenretter von Cap Anamur", das im Beck-Verlag erschienen ist, einen Rechenschaftsbericht über 23 Jahre Arbeit bei den Habenichtsen in den Ländern der Dritten Welt und Europas abgelegt.
Es war und ist weiter ein einziges, großes humanitäres Abenteuer. Und damit eine der schönsten Aufgaben, die sich Menschen für ihr Leben erträumen können. Ein Sprung heraus aus der Überflußgesellschaft, nicht um irgend etwas zu tun, sondern um Menschen zu helfen oder auch zu retten. Denn das hieß am Anfang, sie buchstäblich aus dem Wasser zu ziehen.
Das Buch ist also ein Beleg für 23 Jahre humanitäre Arbeit - zunächst zu Wasser, dann zu Lande, aber auch viel in der Luft, denn Schiffe, Flugzeuge, Geländefahrzeuge und Unimogs sind die bevorzugten Vehikel der Humanitären Hilfe. Dabei gibt es Orte, in die man nur illegal hineinfliegen darf und kann - dazu gehören die Nuba-Berge im Süd-Sudan. Und dann gab es Orte, wo man mit einem großen Schiff andocken konnte - so etwa in Vietnam, Eritrea, Liberia, Sierra Leone, Angola.
Cap Anamur, seine Entstehung und das Wirken bis heute ist die zum Zerbersten spannende Geschichte von Hunderten von Ärztinnen und Ärzten, von Krankenschwestern und Krankenpflegern, von Baumeistern und Sprengmeistern, von Technikern und Ingenieuren - und last not least von vielen deutschen Mitbürgern, auf die sich Cap Anamur immer verlassen konnte.
Nochmals: Seit 23 Jahren macht Cap Anamur diese Arbeit im Auftrag der deutschen Bevölkerung. Es sind nicht die Regierungen, die uns sagen, wohin wir gehen sollen, weil es ihnen opportun erscheint. Nein, wir konnten uns frei für die Ärmsten der Armen entscheiden, weil es die deutsche Bevölkerung war und ist, die uns im Vertrauen darauf, daß wir verantwortlich mit ihrer Spende umgehen, diesen Auftrag gab.
Wie viele Großaktionäre und Unternehmerbosse gibt es eigentlich, die immer wieder in Schwierigkeiten geraten, weil sie meinen, sie müßten überflüssiges Geld an Parteien geben? Sie scheinen nicht zu wissen, daß Cap Anamur auch Millionen auf einem Haufen nehmen würde und selbstverständlich im Gegenzug darüber eine Spendenquittung ausstellen und mit einem schönen, individuellen Dankesbrief von Christel Neudeck versehen würde. Unternehmer oder reiche Mitbürger würden sich mit einer derartigen Spende beispielsweise auch noch bei den Habenichtsen in Afghanistan einen unvergeßlichen Ruf einhandeln.
... Und das nur am Rande: Cap Anamur beschäftigt im Hauptquartier nur zwei von Ihren Spendengeldern beschäftige Festangestellte - alle anderen Arbeiten werden von Ehrenamtlichen erledigt.
Die Tätigkeit für alle Mitarbeiter von Cap Anamur heißt in erster Linie, inmitten der Bevölkerung zu leben. Dazu gehören unter anderem das Arbeiten und Schlafen in einer LKW-Kabine in Sibirien, in Zelten in den diversen Flüchtlingslagern, in den Tukulls der Nuba-Berge - Cap-Anamur-Leute haben sich immer dort aufgehalten, wo die Menschen in Not lebten, hausten, vegetierten. Die letzte Herausforderung vor Afghanistan war das Flüchtlingslager in Kukes an der Grenze zum Kosovo, wo die Mitarbeiter mitten unter den 7400 Flüchtlingen in Zelten gewohnt und geschlafen haben wie die Flüchtlinge selbst.
Das Buch ist beim C.H. Beck Verlag in München erschienen und kostet 22 Euro. Davon gehen automatisch 2 Euro an Cap Anamur. Wenn Sie das Buch also kaufen, können wir uns schon wieder einmal bei Ihnen für die Unterstützung bedanken.
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