Presse-Erklärung
Cap Anamur weist alle Versuche zurück, die Rettungsaktion von 37 Schiffbrüchigen zu kriminalisieren. Der Vorwurf: "Beihilfe zur illegalen Einreise" ist absurd. Vom Schiff aus wurde den italienischen Behörden von Anfang an offen dargelegt, dass Schiffbrüchige an Bord seien, sowie wann und wo sie aufgenommen worden waren.
Wir fordern die italienischen Behörden auf,
- den Vorsitzenden von Cap Anamur Elias Bierdel, den Kapitän Stefan Schmidt sowie den 1. Offizier Vladimir Daschkewitsch sofort aus der Haft zu entlassen,
- das beschlagnahmte Schiff "Cap Anamur" freizugeben,
- den schiffbrüchigen Flüchtlingen einen dauerhaften menschenwürdigen Aufenthalt zu gewähren.
Alle Bemühungen, die Rettungsaktion von Cap Anamur in ein schlechtes Licht zu ziehen, sind durchsichtige Manöver, um sich den humanitären Problemen nicht zu stellen. Es kann nicht angehen, dass gerettete Menschen zum Spielball einer inhumanen europäischen Flüchtlingspolitik gemacht werden.
Es würde dem Geist der Europäischen Menschenrechts-Konvention entsprechen, wenn die europäischen Ländern verzweifelten Menschen, die ihre Heimat und ihre Familien aus Not verlassen müssen, die Türen öffnen.
Wir haben von Anfang an betont, dass wir diese aufgenommenen Schiffbrüchigen auf Dauer retten wollen. Gleichzeitig sehen wir, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt. Daher erfolgte am 04.7.2004 der "Aufruf an die Europäische Zivilgesellschaft" von Elias Bierdel.
Und wir haben von Anfang an betont, dass es sich nicht um ein "italienisches Problem" handelt, sondern um ein europäisches. Auch die italienische Regierung darf hier nicht alleine gelassen werden.
Jährlich sterben hunderte von Menschen im Mittelmeer. Cap Anamur hat ein offen liegendes Problem aufgenommen, wir werden nicht nachlassen, auch weiterhin für eine humanitäre Lösung der "Bootsflüchtlinge im Mittelmeer" einzutreten.
Komitee Cap Anamur, 13.07.2004
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