Unter der Schirmherrschaft von CAP ANAMUR: SCHAFE UND WALE (Le mouton et la baleine) - Schauspiel von Ahmed Ghazali
In der Meeresenge von Gibraltar befindet sich ein russischer Container-Frachter. Plötzlich sinkt in unmittelbarer Nähe ein Schiff mit einer Gruppe von Flüchtlingen. Die diplomatischen Verhandlungen zur Übergabe der Überlebenden ziehen sich hin. Keine der angrenzenden Nationen möchte die geborgenen Fremden aufnehmen. Wem gehören sie? Denen, die hinter der Grenze des Landes leben, das sie unter Einsatz ihres Lebens verlassen haben? Oder jenen, die hinter der anderen Grenze leben, die sie zu überqueren wünschten? Die Ungeduld an Bord wächst, und so kommt es zu Tumulten unter der Besatzung. Hassan und Helene - zwei Touristen, die an Bord des Frachters sind - geraten direkt zwischen die Fronten und werden mit einer brutalen Realität konfrontiert, die ihre Wertvorstellungen vom "alten Europa" ins Wanken geraten lässt...
Anlass für Ahmed Ghazalis Schauspiel war eine Meldung in der marokkanischen Zeitung von 1992: "Am 8. Juni sank um zwei Uhr nachts ein Holzkahn mit ungefähr zwanzig illegalen marokkanischen Einwanderern in den Fluten der Straße von Gibraltar. Einem Frachter, auf Fahrt in der Meerenge, gelang es, einen Mann zu retten und einige Leichen zu bergen. Um den Überlebenden und die Toten den marokkanischen Behörden zu übergebem, sollte der Frachter die Hafengebühren bezahlen, um Tanger anlaufen zu dürfen! Die langwierigen Verhandlungen zogen sich bis zum Morgengrauen hin... Das Unglück fand einige Tage vor dem Fest des Schafes statt."
Der marokkanische Autor, der in Casablanca geboren wurde, schrieb daraufhin seine Parabel SCHAFE UND WALE. Sie wurde 2002 in Montréal/Canada erstmals auf der Bühne gezeigt und kommt nun am Theater Trier zur europäischen Erstaufführung. Ahmed Ghazali thematisiert ein politisch hochbrisantes Thema: die illegale Einwanderung aus Ländern der Dritten Welt in das scheinbare "Traumland" Europa. Dabei greift er auf eine einprägsame Symbolik zurück: Das Schaf ist die Inkarnation des Südens, des afrikanischen Kontinents mit seinen Völkermorden und seinen jungen Opfern, die sich in treibende Boote stürzen, um Europa zu errteichen. Der Wal symbolisiert das europäische Festland, das nur scheinbar stark ist, das aber genauso wie der Wal, der hilflos am Ufer strandet, höchst verwundbar und auf dem Weg des Scheiterns ist. Seine Geschichte ist ein Kondensat heutiger Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten. Gibraltar symbolisiert dabei die direkte Konfrontation zwischen Europa und Afrika, während sich der Frachter als Metapher für unsere heutige Welt versteht.
Die Inszenierung, die sich dem Thema auch mit eindrucksvollen Tanzszenen und musikalischen Live-Einspielungen annähert, besorgt der Luxemburger Regisseur Jean-Paul Maes; unterstützt wird er von dem Ballettchef des Stadttheaters Gießen, Tarek Assam, der eine Choreografie für den Gasttänzer Gregory Livingstone entwickelt. Der bekannte marrokanische Musiker MONSIF komponiert speziell für diese Produktion die Musik und wird live auf der Bühne zu erleben sein.
Inszenierung: Jean-Paul Maes / Bühnenbild: Erich Fischer / Kostüme: Claudia Caséra / Musik: MONSIF / Choreographie: Tarek Assam / Dramaturgie: Peter Oppermann
Mit: Sabine Brandauer; Christoph Bangerter / Isaak Boateng / Manfred-Paul Hänig / Hans-Peter Leu / Gregory Livingstone / MONSIF / Klaus-Michael Nix / Michael Ophelders / Peter Singer / Tim Olrik Stöneberg
Premiere am 12.3.2005 im Großen Haus
www.theater-trier.de
Extras zu SCHAFE UND WALE:
Theatercafé: Zur Produktion SCHAFE UND WALE wird am 27.2.2005 um 11.15 Uhr im Foyer des Stadttheaters ein Theatercafé angeboten. Chefdramaturg Peter Oppermann vermittelt gemeinsam mit dem Regisseur Jean-Paul Maes und Mitgliedern des Ensembles einen Einblick in die Vorbereitung zur europäischen Erstaufführung des Stückes.
In Kooperation mit der Kölner Hilfsorganisation CAP ANAMUR bietet das Theater Trier mehrere begleitende Rahmenprogramme zum Stück an. Ausstellung "LEBENHELFEN": Seit den achtziger Jahren dokumentiert Jürgen Escher mit der Kamera die Arbeit von CAP ANAMUR. Die Ausstellung seiner Bilder wird am 12.3.2005 um 18.30 Uhr vor der Premiere offiziell eröffnet und von einem Vortrag des CAP-ANAMUR-Geschäftsführers Bernd Göken begleitet. Sie ist bis einschließlich April zu sehen. "Schiffbrüchig": Eine Matinee zu SCHAFE UND WALE mit Gästen. Das CAP ANAMUR-Team berichtet am 17.4. um 11.15 Uhr in unserer Matinee "Schiffbrüchig" von weltweiten Hilfseinsätzen, darunter auch von aktuellen Rettungsaktionen. Ergänzt wird der Vortrag durch eine Diskussionsrunde zum Stück SCHAFE UND WALE, an der u.a. die Trierer Ausländerbeauftragte Dr. Maria Duran Kremer teilnimmt.
Exklusives Konzert mit dem bekannten marokkanischen Musiker MONSIF: Am 23.4. präsentiert das Theater Trier im Anschluss an die Vorstellung ein exklusives Konzert mit MONSIF, der auch in SCHAFE UND WALE auf der Bühne steht, und seiner Band. Der vor allem in Marokko und Frankreich bekannte Komponist und Sänger verfügt über ein breites musikalisches Spektrum und verbindet traditionelle Einflüsse seines marrokanischen Heimatlandes gekonnt mit zeitgenössischen Musikrichtungen wie Reggea und Rai-Pop. Mehrere CD-Veröffentlichungen und Tourneen durch ganz Europa begründen seinen Erfolg. Dieses einmalige musikalische Ereignis in Trier sollte sich keiner entgehen lassen!
Hauptnavigation
- Über uns
- Projekte
- Einsatzländer aktuell
- Einsatzländer abgeschlossen
- Albanien
- Angola
- Äthiopien
- Benin
- Bosnien
- Brasilien
- Deutschland
- Elfenbeinküste
- Eritrea
- Gambia
- Ghana
- Haiti
- Honduras
- Indien
- Indonesien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jordanien
- Jugoslawien
- Kambodscha
- Kenia
- Kolumbien
- Kosovo
- Libanon
- Liberia
- Mazedonien
- Kroatien
- Mosambik
- Namibia
- Nicaragua
- Nigeria
- Pakistan
- Polen
- Ruanda
- Rumänien
- Russland
- Serbien
- Sibirien
- Swasiland
- Südafrika
- Tschad
- Tschetschenien
- Türkei
- Vietnam
- Medizinberichte
- Helfen
- Presse
- Kontakt



