Auf der Kinderstation des Benadir-Krankenhauses
Seit über einem Jahr arbeitet unser Team in Somalias Hauptstadt Mogadischu. Eine, die von Beginn an dabei ist, ist die Ärztin Jacqueline Hupfer. Sie arbeitet mit ihren vier Teamkollegen auf der Kinderstation des Benadir-Krankenhauses. Auch heute, ein Jahr nach Beginn der großen Dürre, sind noch viele Patienten unterernährt.
On the children’s ward of the Banadir Hospital
Our team has been working in the Somalian capital, Mogadishu, for over a year. Doctor Jacqueline Hupfer is one of those who has been there from the start. Together with her four teammates, she works on the children’s ward of the Banadir Hospital. Even today, a year after the beginning of the severe drought, a lot of patients are still malnourished.
Der zehnjährige Ibrahim, der aus der Hafenregion Mogadischus kommt, war bei seinem Eintreffen vor etwa einem Monat in sehr schlechtem Zustand, wog gerade einmal 20 Kilo. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass Ibrahim unter der bei uns sehr seltenen Infektionskrankheit viszerale Leishmaniose leidet, auch bekannt als Schwarzes Fieber, die seine inneren Organe befallen hat. Das Immunsystem des Jungen ist heruntergefahren, Leber und Milz stark vergrößert. „Obwohl es in Somalia einige Gebiete gibt, in denen diese Krankheit gehäuft vorkommt, gilt sie bei der WHO als neglected disease, eine sogenannte vernachlässigte Krankheit, die insbesondere bei ärmeren Menschen in Entwicklungsländern auftritt“, erklärt Jacqueline Hupfer. „Hier im Benadir-Krankenhaus haben wir etwa fünf bis zehn Patienten mit diesem Krankheitsbild im Jahr und deswegen haben wir Erfahrung damit.“
Ten-year-old Ibrahim, who comes from the port area of Mogadishu, was in a very bad way when he arrived about a month ago, weighing just 20 kilos. When he was examined, it was found that he was suffering from a disease that it is very rare here: visceral leishmaniasis, also known as black fever, which had attacked his internal organs. The boy’s immune system was weakened and his liver and spleen were greatly enlarged. “Although there are some regions in Somalia where this disease is common, it is regarded by the WHO as a neglected disease which is seen particularly in poorer people in developing countries,” explains Jacqueline Hupfer. “Here in the Banadir Hospital, we have between five and ten patients a year with the disease, so we have experience with it.”

Ibrahim wird nun von der Cap-Anamur-Ärztin und der einheimischen Medizinerin und Leiterin der Pädiatrie, Dr. Lul, behandelt: Er musste bereits mehrere Bluttransfusionen bekommen und ist immer noch so schwach, dass er kaum alleine aufstehen kann. Doch mit den täglichen Infusionen des Medikaments gegen seine Infektion geht es langsam bergauf. „Das Mittel hat zwar viele Nebenwirkungen, doch der Junge verträgt es glücklicherweise gut,“ sagt die 38-jährige Medizinerin. „Die Therapie wird noch mehrere Wochen dauern und solange werden wir ihn genau im Auge behalten. Denn vor einigen Tagen wollte ihn sein Vater mitnehmen und zu einem traditionellen Heiler bringen. Vermutlich wurde er unruhig, weil er keine Besserung erkennen konnte. Mit der Unterstützung von Dr. Lul konnten wir ihn aber überzeugen, seinen Sohn bei uns im Krankenhaus zu lassen. Das hat sich gelohnt: Heute Morgen saß Ibrahim lächelnd im Bett und konnte sogar schon kurz alleine aufstehen.“
Ibrahim is now being treated by the Cap Anamur doctor and the local doctor and head of paediatrics, Dr Lul. He had to receive several blood transfusions and is still so weak he can hardly stand up by himself. However, with the daily intravenous medication to combat his infection, he is slowly improving. “The medication has a lot of side effects, but luckily, the boy is tolerating it well,” says the 38-year-old doctor. “The treatment will still take some more weeks and while it continues, we’ll keep a close eye on him. A few days ago, his father wanted to take him to a traditional healer. He was probably getting impatient because he couldn’t see any improvement. With the support of Dr Lul, we managed to convince him to leave his son in the hospital with us. It was worth it: today, Ibrahim was sitting up in bed and smiling, and he even managed to get up by himself for a little while.”

Hauptnavigation
- Über uns
- Projekte
- Einsatzländer aktuell
- Einsatzländer abgeschlossen
- Albanien
- Angola
- Äthiopien
- Benin
- Bosnien
- Brasilien
- Deutschland
- Elfenbeinküste
- Eritrea
- Gambia
- Ghana
- Haiti
- Honduras
- Indien
- Indonesien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jordanien
- Jugoslawien
- Kambodscha
- Kenia
- Kolumbien
- Kosovo
- Libanon
- Liberia
- Mazedonien
- Kroatien
- Mosambik
- Namibia
- Nicaragua
- Nigeria
- Pakistan
- Polen
- Ruanda
- Rumänien
- Russland
- Serbien
- Sibirien
- Swasiland
- Südafrika
- Tschad
- Tschetschenien
- Türkei
- Vietnam
- Medizinberichte
- Helfen
- Presse
- Kontakt



