SOMALIA | Ein Land verdurstet

Artikelinfo
Datum: 
17.05.2017
Autor: 
Office Cap Anamur

Unbarmherzig brennt die Sonne auf den ausgetrockneten Boden Somalias. Geregnet hat es bereits seit drei Jahren nicht mehr. Wenn doch mal etwas Wasser vom Himmel fällt, dann nur spärlich. Die großen, grünen Weideflächen sind verschwunden und kargen Sandwüsten gewichen. Es ist zuerst das Vieh, das immer schwächer wird, sich kaum noch bewegt und schließlich völlig ausgemergelt am Boden verenden. Die wenigen Wasserressourcen, die es noch gibt, brauchen die Menschen für sich. Doch mit dem Sterben der Tiere ergeben sich weitere Probleme für die überwiegend ländliche, nomadisierende Bevölkerung: Lebensmittel werden knapp, die Preise für Nahrung steigen immer weiter. Viele der Männer ziehen mit ihrem restlichen Vieh in Richtung Westen oder suchen Hilfe in den Städten. Frauen, Kinder und Alte bleiben oft allein in den Dörfern zurück. Diese Menschen mit dem lebensnotwendigen Wasser zu versorgen, ist seit Beginn des Jahres die vorrangige Aufgabe von Cap Anamur. Dabei versorgen unsere Mitarbeiter vor allem die bäuerliche Gesellschaft in den ländlichen Regionen Somalilands, einem Gebiet im Nordwesten Somalias.

In dem durch die bewaffneten Auseinandersetzungen mit der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab geprägten Land ist es für Helfer besonders schwer, die notleidende Bevölkerung zu erreichen. Etwa 13.000 Menschen sucht Cap Anamur jede Woche auf, um mit unserem Lastwagen 136.000 Liter Trinkwasser zu verteilen. Doch wollen wir der Not der Menschen auch langfristig entgegenwirken. Neben der Notversorgung der ländlichen Regionen planen wir den Bau von Brunnen. Dieses Vorhaben gestaltet sich in der Region allerdings als große Herausforderung. Die meisten Brunnen sind seit geraumer Zeit versiegt, Wasser lässt sich nur noch selten und tief im Untergrund der ausgetrockneten Flussläufe finden. „Eigentlich sollte die Regenzeit nun mehr und mehr einsetzen, aber es bleibt trocken. Bisher hat es im Land kaum geregnet“, berichtet Cap-Anamur-Logistiker Ole Hengelbrock. „Diese Menschen sind also auch weiterhin dringend auf Nothilfe angewiesen. Was es bedeuten würde, wenn auch diese Regenzeit ausbliebe, kann man sich kaum vorstellen.“

Medizinische Versorgung dauerhaft sichern

Auch die medizinische Situation verschlechtert sich aufgrund des Trinkwassermangels dramatisch. Tierkadaver verseuchen das Grundwasser, und verunreinigte Wasserstellen fördern die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Chronische Unterernährung, Durchfall und Komplikationen in der Schwangerschaft sind nur einige der Probleme, mit denen sich unser Team täglich konfrontiert sieht. Doch sind die Möglichkeiten, einen Arzt oder gar ein Krankenhaus aufzusuchen, für die Bevölkerung begrenzt – zu groß sind Entfernung und Kosten.

Mit einer mobilen Klinik sind die Helfer von Cap Anamur nun seit einigen Monaten im Einsatz, um basismedizinische Hilfe zu leisten und Patienten mit einem kritischen Krankheitsbild in das nächste, oft über 100 Kilometer entfernte Krankenhaus zu bringen. Dabei arbeiten Mitarbeiter von Cap Anamur eng mit lokalen Medizinern zusammen. Um die ländliche Bevölkerung auch dauerhaft medizinisch versorgen zu können, hat unser Team ein Krankenhaus eingerichtet und versorgt von dort aus mehrere Gesundheitsposten und -center.

Jede Spende hilft!

Bitte unterstützen Sie uns, Menschen in humanitären Krisen zu helfen! Mit 70 Euro finanzieren Sie 20 Pakete hochkalorische Spezialnahrung für unterernährte Kinder. Einen Rundum-Impfschutz für fünf Kinder ermöglichen Sie uns mit 110 Euro. 300 Euro kostet ein Set Untersuchungsinstrumente für die Ausstattung unserer Gesundheitsposten.

>>> schnell & sicher online spenden:

http://cap-anamur.org/service/jede-spende-hilft