Ernteausfall in den Nuba-Bergen
Während der letzten Regenzeit gab es immer wieder massive Bombenangriffe in den Nuba-Bergen Die Menschen, die hier leben, konnten nicht genug anpflanzen. Entsprechend schlecht fiel die Ernte aus. Gerade jetzt, zu Beginn der Regenzeit, leiden die Menschen unter Hunger. Die nächste Ernte wird erst Ende Oktober fällig. Insbesondere die Patienten unseres Krankenhauses haben keine Möglichkeit, sich mit Nahrung zu versorgen. Seit Beginn der Kämpfe kommen mehr und mehr Patienten in unsere Einrichtung in Lwere.

„Die nordsudanesische Regierung untersagt weiterhin jegliche Humanitäre Hilfe für die von der SPLA-Nord kontrollierten Gebiete in Südkordofan und damit auch für die Region der Nuba-Berge. Der Hunger wird als Waffe eingesetzt: Viele Menschen müssen aufgrund fehlender Nahrungsmittel den Weg in das mittlerweile völlig überfüllte Flüchtlingslager in Yida antreten“, erzählt Krankenpfleger Raphael Veicht.
Cap Anamur hat im April rund 20 Tonnen Nahrungsmittel gekauft: Sorghum, Sojabohnen, Speiseöl Salz und Zucker. Seit Mitte Mai geben unsere Mitarbeiter Tagesrationen an die Patienten und ihre Angehörigen aus. Bis Ende Oktober werden wir voraussichtlich 18.000 Tagesrationen Nahrungsmittel verteilt haben.

Parallel kümmert sich unser Techniker Marco Reiml gemeinsam mit den einheimischen Kollegen um die Renovierungsarbeiten am Krankenhaus: Nach jahrelanger Nutzung musste die Notaufnahme instand gesetzt werden. Einsturzbedrohte Wände sowie das marode Strohdach wurden abgerissen und erneuert.

Hintergrund: Kampf um Freiheit
Seit etwa einem Jahr wird in der Region zwischen dem Sudan und dem nun unabhängigen Südsudan gekämpft. Das Volk der Nuba zählt etwa 400.000 Menschen; es ist die größte nicht-arabische Gruppe im nördlichen Teil des Sudan. Sie leben in der Grenzregion zwischen Nord und Süd, im Bundesstaat Südkordofan. Geografisch gesehen und laut Friedensvertrag gehört das Gebiet zum Norden, doch viele der dort lebenden Menschen fühlen sich dem Süden zugehörig. So auch das Nuba-Volk, das dort selbstbestimmt und in Frieden leben möchte.
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