Denkmal für Rupert Neudeck enthüllt

TROISDORF. Von den über 600 Gästen, die bei der feierlichen Enthüllung des Denkmals für Cap Anamur-Gründer Rupert Neudeck am Samstag, 12. Mai 2018, in Troisdorf dabei waren, gab es nicht einen, der keine Geschichte zu dem vor zwei Jahren verstorbenen Humanitären zu erzählen wusste. Über 11.000 vietnamesische Flüchtlinge, die „Boat People“, hatte Rupert Neudeck zusammen mit seiner Frau Christel Neudeck und einigen Unterstützern, darunter Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, aus dem Südchinesischen Meer gerettet. 1979 charterte Rupert Neudeck ein Schiff und gründete das Komitee Ein Schiff für Vietnam. 1982 wurde die Organisation in Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e. V. umbenannt. Namensgeber war der Frachter Cap Anamur, mit dem die ersten Flüchtlinge gerettet und nach Deutschland gebracht wurden.

Rupert Neudeck starb am 31. Mai 2016 an den Folgen einer Herzoperation. Heute, am 14. Mai 2018, wäre er 79 Jahre alt geworden.

Weder furchtsam noch tollkühn

Die Bronzetafel mit dem Konterfei Neudecks und dem Wahlspruch seiner Geburtsstadt Danzig („Weder furchtsam noch tollkühn“), steht nun hinter der Burg Wissem in Troisdorf und wurde komplett durch Spenden der vietnamesischen Gemeinschaft finanziert. Für die Enthüllung des von Joost Meyer aus Aachen geschaffenen Kunstwerks, waren gerettete Vietnamesen, Freude und Verehrer des Cap Anamur-Gründers aus ganz Deutschland angereist. Unter den Gästen waren auch prominente Bewunderer Neudecks. So war Wolfgang Schäuble nach Troisdorf gekommen, um Rupert Neudeck als einen Rebell aus Nächstenliebe zu würdigen. Auch Norbert Röttgen, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, erinnerte sich an den Cap Anamur-Gründer: „Neudecks Gewissen war ihm Befehl. Einen solchen Menschen traf ich nie wieder. Rupert Neudeck war einzigartig“. Die Enthüllung war von der vietnamesischen Gemeinde geplant, finanziert und gestaltet worden. Neben den emotionalen und mahnenden Reden und der feierlichen Enthüllung der Bronzetafel sorgte der katholischer Chor der Vietnamesen aus Hamburg für festliche Stimmung.

Feierlichkeiten in der Stadthalle

Im Anschluss an die Enthüllung des Denkmals an der Burg Wissem, wurden die Feierlichkeiten in die Troisdorfer Stadthalle verlegt. Hier sprachen unter anderem der Journalist Franz Alt, der eng mit Neudecks verbunden war und durch dessen Hilfe die Finanzierung der ersten Cap Anamur erst möglich wurde, und Cap Anamur-Geschäftsführer, der viele Reisen mit Rupert Neudeck unternommen hatte und diesen als seinen „humanitären Vater“ bezeichnete, über den 2016 verstorbenen Humanitären. Auch Christel Neudeck fand bewegende Worte, um ihren Stolz auf ihren Mann und die große, ihnen noch immer sehr verbundene, vietnamesische Gemeinde auszudrücken.

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