Daheim und in der Fremde

Wer lebt heute in Baden-Württemberg, und wie hat sich die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Am Ende des Zweiten Weltkriegs sind es die Heimatlosen und die Entwurzelten, Heimatvertriebene und andere Menschen, die als Neubürger hier Fuß fassen. Nach Umsiedlung, Evakuierung, Flucht und Vertreibung finden sie in Baden-Württemberg ein neues Zuhause und stoßen zugleich auf viele Probleme. In den fünfziger Jahren kommen mit dem Wirtschaftswunder sogenannte »Gastarbeiter« und bauen das Land weiter mit auf. In den siebziger Jahren sind es die Bootsflüchtlinge aus Vietnam und rund zwanzig Jahre später die Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien. Zuwanderung erfolgt auch durch die sogenannten „Spätaussiedler“, durch Flüchtlinge aus der DDR und durch zugewanderte EU-Bürger. So wächst die Bevölkerungszahl des Landes von knapp fünf Millionen Menschen nach Kriegsende auf aktuell beinahe elf Millionen.

All diese »Neubürger« prägten und prägen Baden-Württemberg und machen das Land so »bunt«, wie wir es heute kennen. Doch was sind ihre Geschichten? Warum verließen sie ihre Heimat? Konnten sie hier neue Wurzeln schlagen? Die Archivleiterin des Hauses des Dokumentarfilms ging gemeinsam mit fünf Studierenden diesen Fragen nach. Sie trafen Zeitzeugen und sammelten Porträts. So entstanden außergewöhnliche filmische und schriftliche Interviews. Einzigartige historische Aufnahmen aus der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg und Tondokumente des SWR wurden auf der Plattform in den zeitlichen Kontext eingebettet und mit Fotos aus unterschiedlichen Archiven ergänzt. Diese beachtenswerten Dokumente lassen sich nun auf der multimedialen Plattform www.daheiminderfremde.de entdecken.