Ausbildung von Pflegekräften

Jedes siebte Kind in Afghanistan lebt nicht lange genug, um seinen fünften Geburtstag zu feiern. Das geht aus einem UNICEF-Report von 2015 hervor. Damit liegt Afghanistan in Bezug auf Kindersterblichkeit weltweit auf Platz 15. Ein Grund für diese hohe Sterblichkeitsrate ist die große Anzahl der Hausgeburten. Vor allem in ländlichen Gebieten müssen Frauen häufig in einem aus hygienischer Sicht katastrophalen Umfeld, ohne geschulte Hilfe und ohne Impfschutz gegen Infektionen entbinden. Die Folge ist nicht nur ein hohes Sterblichkeitsrisiko für die Säuglinge, sondern auch für die Mütter. Zur Verbesserung dieser Situation hat Cap Anamur in den letzten acht Jahren 130 Hebammen ausgebildet, die heute vorwiegend in den ländlichen, medizinisch unterversorgten Gebieten um die Provinz Herat Schwangere und junge Mütter betreuen.

Mit unserem zweiten Ausbildungszweig, der Krankenpflege, verbessern wir seit 2011 die medizinische Versorgung auf dem Land. Um in Zukunft ein noch breiteres Feld abdecken zu können, haben wir den Lehrplan für die Krankenpflegeausbildung ausgeweitet und die Ausbildungsdauer von zwei auf drei Jahre angehoben. Neben der Basisversorgung, die auch das Nähen von Wunden, das Legen von Infusionen sowie diverse Spritz- und Verbandstechniken umfasst, gehören die OP-Assistenz, Reanimationstechniken und Aufklärungsarbeit zu den Aufgaben. Wichtige Themen dabei sind die Bedeutung von Impfungen, Hygiene, Ernährung sowie die Beratung bei der Familienplanung, Verhütung und Schwangerschaftsvorsorge. Der Ausbildungsplan ist mit dem afghanischen Gesundheitsministerium abgestimmt. Somit ist das Examen offiziell anerkannt und staatlich zertifiziert.

Ebenso wie die Hebammen kehren auch die Krankenschwestern und -pfleger nach dem Abschluss ihrer Ausbildung in ihre Heimatdörfer zurück, um dort einen wichtigen Beitrag zur Versorgung ihrer Gemeinde zu leisten. Die Kosten für die Ausbildung, die Unterbringung, die Lehrer und das Lehrmaterial trägt Cap Anamur. Zudem bilden wir das einheimische Lehrpersonal regelmäßig fort, damit die Ausbildung stets auf dem aktuellen medizinischen Stand ist.

>>> Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit in Afghanistan! Mit einer Ausbildung von medizinischen Fachkräften schenken Sie Zukunft – für unsere Auszubildenden und die Menschen in Not.

Unterstützung eines Dialyse-Zentrums

Zusätzlich zu der Ausbildung unterstützt Cap Anamur in dem Provinzhospital von Herat ein Dialyse-Zentrum mit der Bereitstellung von finanziellen Mitteln und technischer Ausrüstung. Im vergangenen Jahr wurden hier insgesamt 147 Patienten behandelt und rund 2.100 Dialysen durchgeführt. Das technisch aufwendige und kostenintensive Dialyseverfahren wird in Afghanistan, wenn überhaupt, nur in den Krankenhäusern der Großstädte angeboten. Nierenkranke Menschen in den ländlichen Regionen haben kaum eine Chance auf diese lebenserhaltende Maßnahme der Blutreinigung.