Ausbruch des Krim-Kongo-Fiebers

Mehrfach ist das Krim-Kongo-Fieber bereits in Afghanistan ausgebrochen, mit Abständen von meist  mehreren Jahren und bisher ausschließlich in ländlichen Regionen. Der aktuelle Ausbruch der hochansteckenden Viruserkrankung hingegen befindet sich in einer dichter besiedelten Region um Herat. 28 Menschen haben sich bereits infiziert, acht von ihnen haben die Krankheit nicht überlebt. Je nach Virusstamm sterben bis zu 50 Prozent der Infizierten nach Ausbruch des Krim-Kongo-Fiebers.

Cap Anamur engagiert sich seit sechs Jahren mit einem Ausbildungsprojekt für Hebammen und Krankenschwestern in Herat und hat nun kurzfristig Hilfsmaßnahmen auf die Beine gestellt: Wir haben das Gebäude, das wir für administrative und schulische Zwecke genutzt haben, dem Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt. Mit seinen acht Räumen bietet es ausreichend Platz, um hier eine Isolierstation einzurichten. Denn die infizierten Patienten müssen schnellstmöglich in Quarantäne und das Distrikt-Krankenhaus in Herat verfügt über keine Räumlichkeiten, die dafür hätten umfunktioniert werden können.

Darüber hinaus hat unser Team vor Ort die wichtigsten Materialen besorgt, mit denen sich das medizinische Personal der Isolierstation vor einer Ansteckung schützen kann: Schutzkleidung, -masken, -handschuhe, und -brillen, Desinfektionsmittel und ausreichend Tüten und Behältnisse zur Entsorgung des kontaminierten Verbrauchsmaterials.

„Wir hoffen, die Ausbereitung des Virus durch eine sofortige Isolation der Patienten eindämmen zu können“, sagt Faisal Haiadri, unser Logistiker für Afghanistan.

Hintergrund: Krim-Kongo-Fieber

Die zunächst grippeähnlichen Symptome, wie Übelkeit, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen setzen meist schlagartig ein. Bei einem Teil der Infizierten nimmt die Viruserkrankung einen hämorrhagischen Verlauf: Es kommt zu Blutungen, die ein Multiorganversagen und schließlich den Tod zur Folge haben können. Wie tödlich das Virus ist, hängt vom Virusstamm ab und schwankt zwischen zwei und 50 Prozent. Die Therapie, die wegen der hohen Ansteckungsgefahr auf einer Isolierstation erfolgt, befasst sich vor allem mit den Symptomen und versucht, die Vitalfunktionen des Patienten zu sichern.

Das Krim-Kongo-Fieber kommt in südosteuropäischen Ländern wie Bulgarien, Ungarn und der Türkei vor, im mittleren Osten, zum Beispiel in Afghanistan, Syrien und dem Irak und in vielen Ländern Asiens und Afrikas. Die Übertragung findet vorwiegend durch Zeckenbisse statt. Weitere Übertragungswege sind die sogenannte Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch, also eine Übertragung von Krankheitserregern durch das Berühren eines Objektes oder Lebewesens und die Verbreitung über eine Tröpfcheninfektion.