Fortbildung für Mitarbeiter des Gesundheitssystems

Seit sich die internationalen Truppen mehr und mehr aus Afghanistan zurück gezogen haben, nimmt auch das mediale Interesse an der Situation im Land ab. Für die Menschen vor Ort, die mit den Taliban allein gelassen werden, ist das fatal. Denn ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht und die Anschläge und Kämpfe fordern immer wieder auch zivile Opfer. Für die Menschen gehört das längst zum traurigen Alltag – und eine Veränderung der Lage ist nicht in Sicht. Deswegen wird sich Cap Anamur auch in Zukunft für eine bessere medizinische Versorgung der Menschen in Afghanistan engagieren.

Unser langjähriger Mitarbeiter, der Deutsch-Afghane Faisal Haidari war bis zum Jahresende vor Ort in den Projekten. Neben unserem Ausbildungsprogramm für Hebammen und Krankenschwestern und der Instandsetzung eines Krankenhauses in Imam Seshnor betreute er für Cap Anamur nun erstmalig die Fortbildung von 38 Mitarbeitern aus verschiedenen Gesundheitsberufen. Diese Frauen und Männer arbeiten in kleinen, überwiegend staatlichen Gesundheitsstationen in Dörfern, die medizinisch schlecht versorgt und sehr ländlich gelegen sind. Während der zweiwöchigen Schulung in Herat konnten die Health-Post-Mitarbeiter ihr Wissen auf den neusten Stand bringen. Diese Fortbildungen finden in regelmäßigen Abständen statt, um die zumeist sehr selbständig arbeitenden Angestellten zu unterstützen. Nun hat Cap Anamur ihnen den Transport, die Verpflegung und das Training ermöglicht.

Währenddessen hat sich in unserem Krankenhaus in Imam Sheshnor in den kalten Wintermonaten die Anzahl der Patienten, die mit Lungenentzündungen und Atemwegsinfektionen aus den umliegenden Siedlungen zu uns kommen, deutlich erhöht. In dieser Zeit ist der Bedarf an Medikamenten dadurch entsprechend höher als sonst. Doch dank unserer Unterstützung können auch all die zusätzlichen Patienten gut versorgt werden.

Unsere Arbeit in Afghanistan

Unser Ausbildungsprogramm für Hebammen und Krankenschwestern in Herat läuft bereits im sechsten Jahrgang. Seit Juni 2009 werden darin junge Frauen aus ländlichen Regionen in Geburtshilfe und Krankenpflege geschult. Alle Teilnehmerinnen haben sich verpflichtet, nach ihrer zweijährigen Ausbildung zurück in ihre unterversorgten Heimatdörfer zu kehren, um dort als Hebammen beziehungsweise Community Health Nurse zu arbeiten. Das Projekt ist ein großer Erfolg und ein gutes Beispiel für nachhaltige Hilfe: Denn gerade für diese abgelegenen Regionen mit ihrer außergewöhnlich hohen Mutter- und Säuglingssterblichkeit leisten die Frauen noch viele Jahre einen wertvollen Beitrag.

Schon in der Zeit von 1987 bis 1989 hat sich Cap Anamur in Afghanistan engagiert. Ab 2001 haben wir 35 Schulen gebaut sowie mehrere Krankenhäuser und mit Brücken und Brunnen die Infrastruktur vieler Dörfer verbessert.