Alltag im Pikin Paddy

Es ist Mittagszeit im Pikin Paddy. Die Bewohner unseres Straßenkinderhauses mitten in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, gehen ihren Pflichten nach oder haben sich zum Spielen in kleinen Gruppen zusammengesetzt. Es herrscht eine ungewohnte Ruhe im sonst so lebhaften Haus und bietet unseren Sozialarbeitern vor Ort die Chance, sich zusammenzusetzen und über ihre Schützlinge zu sprechen. Dafür ordnen sie die Stimmung der Kinder mit Hilfe des Ampelsystems. Kinder, die unsere Sozialarbeiter unter „rot“ ablegen, werden noch mal gesondert besprochen.

Sorgen macht sich unser Team um Josef, eines der älteren Kinder. Er schien in letzter Zeit etwas traurig und hatte gefragt, was überhaupt in seinem Leben möglich ist. Cap Anamur-Sozialarbeiter Erhard hatte ihm daraufhin erklärt, dass er alle Möglichkeiten habe und dass sich das Team auch nach der Wiedereingliederung in seine Familie um ihn kümmern und sogar bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz helfen würde.

Schöne Nachrichten gibt es von der 14-jährigen Manty. Das junge Mädchen ist Epileptikerin und wurde nun, nachdem ihre Familie gelernt hat, mit der Krankheit umzugehen und sie nicht als Vodoo-Zauber zu fürchten, wieder integriert. Sie lebt nun nicht mehr im Pikin Paddy, bekommt aber von uns ihre Medikamente gezahlt. Ein Sozialarbeiter schaut aber weiterhin regelmäßig nach ihr und dem Umgang in ihrer Familie.

Das letzte Kind, über das unser kleines Team bei der brütenden Hitze Sierra Leones sprechen muss, ist Mohamed. Er lebte früher eine Zeit lang im Pikin Paddy und hatte sich vor kurzem mit dem Wunsch, Schneider zu werden, zurückgemeldet. Das Team hat ihm nun einen Ausbildungsplatz besorgt und ihm angeboten ihn auch finanziell zu unterstützen, sollte er sich als zuverlässig erweisen.

Inzwischen ist es im Haus wieder unruhiger geworden und unser Team beendet das Meeting. Hausaufgaben kontrollieren, Tischkicker spielen und ans Aufräumen erinnern – vor dem Abendessen gibt es noch eine Menge zu tun.

>>> Jetzt für die Straßenkinder in Freetown spenden.