Aufgelauert, überfallen und angeschossen

Die Geschichte des Kaufmanns Badu

Der Morgen hatte für Badu noch ganz gewöhnlich angefangen. Er war früh aufgestanden, hatte nach seinen Waren gesehen und hatte dann die großen Kisten, die er an diesem Tag auf dem Markt verkaufen wollte, pflichtbewusst auf seinem Motorrad befestigt. Schwer bepackt hatte sich der 31-jährige Kaufmann so nach einer kurzen Verabschiedung von seiner Familie auf den Weg gemacht.

Auch mit dem Motorrad kommt man in den Nuba Bergen, einem seit Jahren umkämpften Gebiet um Süden des Sudans, nur schwerlich voran. Es gibt keine richtigen Straßen, die Wege sind uneben und der Staub nimmt einem teilweise die Sicht.

Badu kannte die Strecke sehr gut. Er fuhr sie seit vielen Jahren und war auch mit dem vollgepackten Motorrad ein sicherer und geübter Fahrer. Doch womit er an diesem Tag nicht gerechnet hatte, waren Banditen. Sie hatten sich in einer Senke versteckt und dem Kaufmann, von dem sie gehört hatten, dass er mit vielen Waren regelmäßig dort vorbei kam, aufgelauert.

Badu fuhr nichts ahnend in den Hinterhalt und kam bei dem Schusswechsel nur mit Glück mit seinem Leben davon. Schwer verletzt konnte er ins Hospital gebracht werden, wo drei Schussverletzungen festgestellt wurden. Beide Oberarmknochen waren von Kugeln durchschlagen und eine dritte Kugel hatte zu einem Durchschuss im Bereich der rechten Schulter geführt. In einer Notoperation säuberte unser Team im Sudan alle drei Wundkanäle und entfernte die Knochenfragmente. Beide Arme wurden auf Schienen gelagert, um eine Heilung der beiden Frakturen im Oberarmbereich zu ermöglichen.

Gerührt beobachtete das kleine Cap Anamur-Team in den Nuba Bergen wie Freunde und Familie den jungen Kaufmann in den kommenden sechs Wochen pflegten, umsorgten und fütterten. Trotz des Knochenverlustes und der Infektionen in den Wundkanälen heilten die Frakturen sehr gut. Während er den rechten Arm wieder normal nutzen kann, hat der Linke eine kleine Schwächung beibehalten. Dennoch kann Badu zurecht behaupten ganz viel Glück im Unglück gehabt zu haben.

Die Nuba Berge sind nach wie vor eine nicht ungefährliche Region. Unser Team vor Ort nimmt regelmäßig große Risiken in Kauf, um das Leben der Menschen dort ein Stückchen zu verbessern. Helfen Sie uns helfen – mit Ihrer Spende.