Ausweitung unseres Versorgungsnetzes

Bei seiner Projektreise Mitte November besuchte der Cap-Anamur-Vorsitzende Werner Strahl vier der von uns unterstützen medizinischen Einrichtungen in Bangladesch. Die Krankenhäuser Joypurhat und Kalai liegen im Nordwesten des Landes, das NGO-Hospital Kheya im Westen und die Behindertenschule der DHUP-Foundation in der Nähe von Dhaka. „Außerhalb der Hauptstadt leben unzählige Menschen weit unterhalb der Armutsgrenze“, berichtet Werner Strahl. „Bei den meisten reicht es kaum für den eigenen Lebensunterhalt. Geld für eine medizinische Versorgung können nur die wenigsten aufbringen.“ Deswegen engagiert sich Cap Anamur in insgesamt acht Krankenhäusern für die Versorgung dieser sogenannten ultra poors, den Ärmsten der Armen: Wie beliefern die Einrichtungen mit Medikamenten, Verbrauchsmaterial und medizinischen Geräten wie Ultraschall. So können wir die Versorgung von mehr als 5.000 Patienten im Monat sicher stellen.

Trotz der für das Land typischen großen bürokratischen Hürden funktioniert die Zusammenarbeit mit den staatlichen Krankenhäusern vorbildlich – nicht zuletzt durch unseren langjährigen und erfahrenen Koordinators Shabbir Ahmed Uddin. Der Bangladeschi arbeitet seit Beginn des Projektes vor rund neun Jahren für Cap Anamur.

Für das kommende Jahr planen wir die Ausweitung unserer Hilfe: „Wir werden erfahrene Mediziner verschiedener Fachrichtungen nach Bangladesch entsenden, um die wissbegierigen Ärztinnen und Ärzte zu schulen“, so Strahl. „Die höflichen Umgangsformen des lokalen Personals mit den so zahlreichen Patienten und seine Erleichterung, diese endlich sinnvoll behandeln zu können, haben mich sehr gefreut. Unseren deutschen Medizinern wird das den Unterricht erleichtern, besonders wenn sie mit den Erkrankungen durch bittere Armut konfrontiert sind.“

Ebenfalls für 2016 geplant ist der Beginn der Zusammenarbeit mit fünf Krankenhäusern einheimischer NGOs. Im Unterschied zu den staatlichen Häusern ist hier die von uns lange angestrebte Mitarbeit ausländischen medizinischen Personals gestattet, so dass Cap Anamur wenigstens ein klein wenig gegen den schrecklichen Medizinermangel auf dem Lande helfen kann. Für etwa 3000 Menschen gibt es statistisch 1 Arzt; in Deutschland 1 Arzt auf 260 Einwohner.

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