Fruchtbare Zusammenarbeit

Was vor elf Jahren als Nothilfe für die Opfer des Zyklons Sidr begann, hat sich nicht nur zu einem fest etablierten medizinischen Projekt entwickelt, sondern ist inzwischen zu einem umfangreichen Versorgungsnetz herangereift: Seit September 2015 unterstützen wir zusätzlich zu den drei staatlichen auch vier Krankenhäuser und eine Schule für behinderte Kinder, die von lokalen Nichtregierungsorganisationen betrieben werden. Die in den Randbezirken des Landes liegenden medizinischen Einrichtungen behandeln vorwiegend Frauen und Kinder, die zu den sogenannten ultra poors gehören und unterhalb der Armutsgrenze leben.

Neben Hilfen bei Renovierungsarbeiten und Unterstützung im Krankenhausmanagement erhalten die Hospitäler von uns Medikamente, Verbrauchsmaterialien und technische Geräte. Unser spezielles Kontrollsystem garantiert, dass die Hilfe den Ärmsten der Armen zugutekommt. Die Bilanz dieses gemeinschaftlichen Engagements nach rund acht Monaten fällt durchweg positiv aus: Während sich die Patientenzahlen vor unserer Unterstützung zwischen circa 150 und 250 monatlich bewegten, behandeln diese Krankenhäuser mittlerweile jeweils 1.000 bis 1.200 Patienten im Monat.

Eines der fünf besten Krankenhäuser

Auch von einem der staatlichen Krankenhäuser, die Cap Anamur unterstützt, gibt es erfreuliche Neuigkeiten. Das Kalai Upazila Hospital zählt nun zu den fünf besten Krankenhäusern des gesamten Landes. Cap Anamur beliefert diese Einrichtung seit rund dreieinhalb Jahren mit medizinischen Geräten und Instrumenten. Darüber hinaus stellen wir alle notwendigen Medikamente zur Verfügung und sichern so die Versorgung der mittellosen kranken und verletzten Menschen dieser Region im Norden des Landes. Auch in dieser Einrichtung machen Frauen und Kinder mit 80 Prozent den größten Teil der Patienten aus.

-> In Bangladesch versorgen wir monatlich zwischen 9.000 und 11.000 Patienten.

Medizin in Bangladesch

Bangladesch ist der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Erde und zählt weltweit zu den ärmsten Ländern. Für fast sieben Millionen Kinder gehört harte Arbeit zum Alltag, denn sie müssen zum Überleben der Familie beitragen. Weil ein Großteil der Menschen keinen Zugang zu Bildung hat, fehlt es in vielen Bereichen an qualifiziertem Personal. Spürbar ist das insbesondere bei der medizinischen Versorgung.

Mehr als 70 Prozent der Bangladeshi leben auf dem Land und die meisten von ihnen haben nicht einmal Zugang zur Grundversorgung. Viele Krankenhäuser sind baufällig und es fehlen wichtige Arzneimittel. Eine Folge ist die geringe Lebenserwartung von durchschnittlich 65,7 Jahren, eine andere die hohe Kindersterblichkeit – 48 von 1.000 Kindern sterben vor ihrem fünften Lebensjahr.