Medizinischen Hilfe für die Ärmsten des Landes

Seit acht Jahren engagieren wir uns in Bangladesch. Was als Nothilfe für die Opfer des Zyklons Sidr begann, der im Jahr 2007 über das Land fegte, verheerende Schäden anrichtete und rund 3.500 Menschen tötete, hat sich zu einem dauerhaften Projekt entwickelt. Mithilfe unseres lokalen Projektkoordinators Shabbir Uddin Ahmed unterstützen wir momentan neun staatliche Krankenhäuser. Cap Anamur stärkt so das medizinische Versorgungsnetz im Distrikt Joypurhat und Naogaon im Norden des Landes. Gemeinsam mit der Regierung beliefern wir die Einrichtungen mit Medikamenten und Verbrauchsmaterial und können so die Versorgung von rund 5.000 Patienten im Monat sicherstellen. Sie alle zählen zu den sogenannten ultra poors, den Ärmsten der Armen.

In Bangladesch leben unzählige Menschen weit unterhalb der Armutsgrenze. Sofern sie über ein Einkommen verfügen, reicht es kaum aus, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken – geschweige denn, finanzielle Mittel für eine medizinische Versorgung aufzubringen. Bei Krankheiten oder Verletzungen sind diese Menschen auf sich gestellt. Besonders dramatisch wirkt sich das bei Geburten aus. Angesichts der hohen Krankenhauskosten entbinden viele Frauen nicht mit professioneller Hilfestellung, sondern im häuslichen Umfeld. Die Sterblichkeitsrate ist hier entsprechend hoch. Deswegen ist unser wichtigstes Ziel die Öffnung des Gesundheitssystems für Menschen, die sich eine medizinische Versorgung nicht leisten können.

In den kommenden Monaten wird es einen Wechsel geben: Wir werden fünf medizinische Einrichtungen, die von lokalen Nichtregierungsorganisationen betrieben werden, in unser Programm aufnehmen, und die Anzahl der staatlichen Einrichtungen auf drei reduzieren. Der Vorteil: Durch die Zusammenarbeit mit den NGO-Krankenhäusern können wir in Zukunft unsere medizinische Hilfe ausweiten. Denn in diesen Einrichtungen ist das Mitarbeiten ausländischer Ärzte, Pfleger oder Laboranten erlaubt, anders als in den staatlichen Häusern, in denen unsere deutschen Mediziner nicht mitarbeiten dürfen. Dieses Verbot gilt nach wie vor, obwohl in dem bitterarmen Bangladesch auf 3.000 Einwohner lediglich ein Arzt kommt und die Situation in den meisten Krankenhäusern entsprechend schlecht ist. Deswegen ist die Zusammenarbeit mit den NGOs ein großer Fortschritt für dieses Projekt.

Zudem unterstützen wir die Hospitäler weiterhin mit notwenigen Instrumenten, Geräten, Verbandsmaterial und Medikamenten. Unsere Bedingung dafür ist die kostenfreie Behandlung der mittellosen ultra poors. Eine der neuen NGO-Klinken versorgt vornehmlich Menschen mit Behinderung. In dem angegliederten  Zentrum für Physiotherapie fehlte es an wichtiger Ausrüstung. Mit unserer Unterstützung konnte bereits ein zusätzlicher Arzt, ein Sanitäter und ausreichend spezielle Notfallausrüstung für Kinder mit Behinderung angeschafft werden.

Mit diesem Versorgungsnetz decken wir ein Einzugsgebiet von rund 3,5 Millionen Einwohnern ab. Die Patienten können ambulant versorgt oder stationär aufgenommen werden. So erreichen wir weiterhin rund 5.000 Patienten im Monat, denen eine medizinische Versorgung zuvor verwehrt war. Schon jetzt lässt sich das an den Geburten ablesen: Während die meisten Einrichtungen vor unserer Unterstützung lediglich zehn bis zwölf Geburten pro Jahr verzeichneten, sind es nun 20 bis 30 Geburten – und zwar im Monat.

Unterstützen Sie die Menschen in Bangladesch. Jede Spende hilft!