Bau einer neuen Klinik geplant

Sie beginnt beinahe völlig ohne Schmerzen, kann aber tödlich enden.Betroffene merken häufig erst nach Monaten einen Abfall der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, auch die folgende Appetitlosigkeit wird leicht ignoriert. Erst das regelmäßige Verspüren von Übelkeit und das anschließende Erbrechen sind deutliche Symptome. Wer das chronische Nierenversagen weiterhin ignoriert oder nicht behandeln lassen kann, muss mit Atemnot, Krampfanfällen und einem tödlichen Ausgang der Krankheit rechnen. Sowohl akutes als auch chronisches Nierenversagen müssen im Endstadium durch eine Nierentransplantation oder eine Behandlung an der Dialysestation bekämpft werden. Seit über einem Jahr betreuen wir eine kleine Dialysestation in Herat, doch unsere Kapazitäten vor Ort sind begrenzt.

In unserer kleinen Dialysestation in Herat wird es den Mitarbeitern niemals langweilig. 1.500 Patienten behandelte das zwölfköpfige Team dort in den zwölf Monaten. 75 Prozent der Patienten, die zu uns zur Behandlung kommen, sind weiblich. Die Kernaltersgruppe ist die der zwischen 14- und 30-Jährigen. Für die 1.050 Patienten mit chronischem und 450 mit akutem Nierenversagen stehen uns auf engstem Raum allerdings nur vier Dialysegeräte zur Verfügung. Dabei ist der Bedarf in der Region viel höher. In den vier Provinzen Herat, Ghor, Farah und Badghis leben knapp sechs Millionen Einwohner, für die unsere Station die einzige erreichbare Einrichtung ist, in der die lebensrettende Technik zur Verfügung steht. Die nächstgelegene Dialysestation findet sich in der über 800 Kilometer von Herat entfernten Landeshauptstadt Kabul.

Diese eingeschränkten Kapazitäten führen nicht selten dazu, dass wir Patienten, die drei Mal pro Woche auf eine Behandlung an der Dialysestation angewiesen wären, nur alle zehn Tage an die Maschine anschließen können. Dies führt insbesondere bei chronischen Patienten zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Durch die wenigen Ausweichmöglichkeiten auf unserer Station können wir die getrennte Versorgung mehrerer Patienten derzeit nicht gewährleisten. Menschen mit ansteckenden Krankheiten müssen wir zum Schutz der anderen Patienten bisher leider abweisen.

Da wir sowohl den Nutzen dieses Projektes als auch den Bedarf unserer Hilfe sehen, wollen wir unsere Maßnahmen ausweiten. Mit der Errichtung einer Nephrologischen Klinik könnten wir die Anzahl der erreichten Patienten erhöhen. Auf drei Etagen und insgesamt 350 Quadratmetern könnten ein Operationssaal, ein Aufwachraum, eine Isolierstation und ein Labor sowie mehrere Patientenzimmer und Behandlungsräume entstehen. Zudem würden wir gerne sechs weitere Dialysegeräte installieren. Da bereits abgesprochen ist, dass das Gesundheitsministerium die Klinik nach ihrer Fertigstellung offiziell in Betrieb nehmen würde, wäre die Versorgung der Patienten auch nach Abschluss unseres Projektes gewährleistet. Während die Gehälter des eingestellten Personals von staatlicher Seite finanziert würden, plant Cap Anamur die Kosten für den Bau der Klinik und die Anschaffung des Equipments zu übernehmen. Auch die medizinischen Verbrauchsgüter sollten im ersten Jahr von uns finanziert werden. Die Kosten für den Bau und das Equipment im ersten Jahr werden aktuell auf etwa 550.000 Euro geschätzt.

> Helfen Sie uns, die neue Klinik in Afghanistan aufzubauen. Mit Ihrer Spende wird langfristig die Versorgung von an Nierenversagen erkrankten Menschen gewährleistet!