Cap Anamur eröffnet Poliklinik

Tatenlos schaut der Westen dem Morden des IS und der syrischen Bürgerkriegsparteien vor den Grenzen Europas zu. Aller Hoffnung beraubt fliehen immer mehr Menschen vor der Gewalt, denn in seinem fünften Jahr zeigt sich der syrischen Bürgerkrieg äußerst brutal und zerstörerisch.

Doch was ist mit jenen, denen die Kraft oder das Geld für eine Flucht fehlt? Jenen, die aus ihren Heimatorten vertrieben wurden und sich von Dorf zu Dorf durchschlagen, weil sich gemeinsam mit dem Frontverlauf die als sicher geltenden Regionen ständig verschieben? Mehr als acht Millionen Syrer harren als Binnenflüchtlinge unter härtesten Bedingungen in Syrien selbst aus. Die mageren internationalen Hilfsmaßnahmen erreichen nur die wenigsten dieser Menschen, für die der Krieg längst zum Alltag und ihr Leben zu einem ständig bedrohten Überleben wurde.

Cap Anamur hilft den Vertriebenen im eigenen Land: Wir unterstützen eine Poliklinik samt Zentrum für Gefäßchirurgie mit medizinischem Spezialbedarf, wie Nahtmaterial, künstlichen Gefäßen und Infusionen sowie den Gehältern für Ärzte und Krankenpfleger. Darüber hinaus beliefert unser Logistiker zahlreiche syrische Untergrundkliniken mit Medikamenten und Verbrauchsmaterial, damit die medizinische Basisversorgung sichergestellt ist. All diese Einrichtungen sind von außen nicht als solche erkennbar. Zu groß ist die Gefahr, dass sie Ziel eines Anschlags werden. Und so findet die medizinische Arbeit in provisorisch eingerichteten und dezentral organisierten Untergrundkliniken statt. Die Mediziner leisten unter schwierigsten Bedingungen Hilfe. Fortwährende Bombardements aus der Luft und skrupellose Attacken von Rebellengruppen am Boden erschüttern ihre Arbeit, für die sie jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen.

Um unsere Hilfe für die Binnenflüchtlinge auszubauen, haben wir in dieser Woche eine weitere Poliklinik in Syrien eingerichtet. Ein geeignetes Gelände bietet uns den notwendigen Schutz, um im Verborgenen zu arbeiten. Hier kümmern sich sechs Ärzte verschiedener Fachrichtungen um jene, die zurückbleiben mussten. Und um jene, die wegen Geldmangels gezwungen sind, zurückzukehren – trotz der Lebensgefahr und der Angst vor dem Bombenterror.

Da sich hier kaum jemand die Behandlung leisten kann, sind diese Menschen auf unsere Solidarität und unsere Hilfe angewiesen. Lassen Sie uns gemeinsam helfen. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen!