Cap Anamur unterstützt Flüchtlinge weltweit

Hunger, zerstörte Wohnungen und Existenzen, kein Zugang zu medizinischer Versorgung, Verfolgung und Todesangst – die Gründe zur Flucht sind vielfältig, doch immer prekär. 65,6 Millionen Menschen haben weltweit ihre Heimat und meist auch ihre Familien verlassen müssen – so viele Menschen wie noch nie zuvor! In der Hoffnung bald in ihre Heimat zurückkehren zu können, kommen fast 84 Prozent aller Flüchtlinge in Ländern mit geographischer Nähe und häufig selbst niedrigem bis mittlerem Einkommen unter.

Im Einsatz für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Eines dieser Länder ist Uganda. Fast eine Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan hat der Binnenstaat in Ostafrika inzwischen aufgenommen, wobei Uganda zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Mit seiner Politik der offenen Grenzen und der Zuweisung von zu bewirtschaftendem Land gilt Ugandas Umgang mit Flüchtlingen als vorbildlich. Die Stadt Moyo liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zum Südsudan entfernt. Von dem Krankenhaus der Stadt aus koordiniert Cap Anamur hier die medizinische Versorgung der vielen Flüchtlinge und der Einwohner Ugandas. Dabei arbeiten wir eng mit dem Gesundheitsministerium des Landes zusammen. Zusätzlich erstellen wir aktuell ein Konzept, um die Lage der Flüchtlinge in Bezug auf hygienische Verhältnisse, Wasser- und Lebensmittelversorgung konsequent zu verbessern.

Um vor den andauernden Kämpfen im Sudan und im Südsudan sicher zu sein, flohen einige Bewohner auch in die Nuba-Berge, ein Gebirge im Bundesstaat Süd-Kordofan im Süden des Sudan. Dort führen wir ein Krankenhaus, in dem wir zusammen mit unseren sechs Außenposten jährlich etwa 200.000 Menschen erreichen und medizinisch versorgen können. Das Gelände bietet außerdem Schutz vor den noch immer anhaltenden, militärischen Auseinandersetzungen.

Medizinische Versorgung im Libanon

Schutz vor den militärischen Auseinandersetzungen im seit 2011 andauernden Bürgerkrieg suchen auch 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge im Libanon. Die meisten von ihnen leben in unterschiedlich großen Flüchtlingscamps im ganzen Land verteilt, meist ohne Zugang zu medizinischer Versorgung und nur wenig finanzieller Unterstützung. Unser vorrangiges Ziel ist daher die kostenlose Versorgung möglichst vieler Flüchtlinge im Libanon. Diese wollen wir vor allem mit regelmäßigen Transportfahrten zu unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen gewährleisten. Etwa 3.500 Patienten können wir im Monat erreichen und medizinisch versorgen. Unsere Mitarbeiter arbeiten im Libanon sowohl mit einem staatlichen als auch mit einem privaten Krankenhaus zusammen. Neben dem Transport der Flüchtlinge übernehmen wir auch die Kosten, die bei ihrem Krankenhausaufenthalt anfallen und versorgen zusätzlich das privat geführte Krankenhaus mit Medikamenten.

Hilfe für die Rohingya

Als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt gelten die Rohingya. Ende August waren in Myanmar erneut Unruhen zwischen der Regierungsarmee und der muslimischen Minderheit, die in Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt wird, ausgebrochen. Dort ist der Großteil der Bevölkerung buddhistischen Glaubens. Etwa 500.000 Rohingya flohen nach Bangladesch, wo sie nun in notdürftigen Lagern untergebracht sind. Cap Anamur ist vor Ort und kümmert sich in den Lagern um die Vertriebenen. Unser wichtigstes Ziel in Bangladesch ist die Versorgung der Flüchtlinge mit Zelten, Decken, Nahrungsmitteln und Basismedizin.

Doch endet unsere Hilfe für die Flüchtlinge nicht, sobald die Krise beendet ist. Unser Ziel ist es, die Menschen bei der Rückkehr in ihre Heimat und beim Aufbau ihrer Existenzen zu unterstützen. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe! Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.