Der Tropensturm "Idai" traf Mosambik mit voller Wucht. Die Hafenstadt Beira ist beinahe völlig zerstört.

Die Ärmsten trifft es besonders schwer

Der Sturm "Idai" traf die Hafenstadt besonders stark.
Gestern hatte er noch ein kleines Haus, heute muss er seine wenigen Sachen auf den Straßen Beiras trocknen.

Die große Straße, die in die Hafenstadt Beira führt und normalerweise vollgestopft mit Motorrädern, Autos und Lastwagen ist, ist noch immer völlig zerstört. Die 500.000 Einwohnerstadt ist fast über eine Woche nachdem der Zyklon „Idai“ auf Mosambik traf, noch immer ausschließlich über den Hafen und den Flughafen erreichbar. In vielen Stadtteilen steht noch Wasser, meistens in den ärmeren Gegenden.

Beira wurde in einem Sumpfgebiet errichtet und einige Stadtteile liegen unterhalb des Meeresspiegels. Wie so oft hat es die Ärmsten in ihren Hütten aus einfachen Materialien am schwersten getroffen. „Die Menschen, die schon vorher kaum was besaßen, haben jetzt überhaupt nichts mehr“, sagt Michael Schlüssel, Cap Anamur-Logistiker vor Ort.

Bei den ersten Touren durch Beira und das Umland konnte sich das Cap Anamur-Notfallteam ein erstes Bild über die Lage machen. Überall sind Häuser abgedeckt, Bäume und Strommasten umgeknickt und ganze Lagerhallen und Fabriken zerstört. An vielen Stellen sieht man Menschen, die mit dem Wiederaufbau beschäftigt sind. Strom gibt es nur vereinzelt wenn eine Generator zur Verfügung steht. Die öffentliche Wasserversorgung funktioniert nicht. In mehreren Stadtteilen sind Zeltunterkünfte aufgebaut.

Auf kleinen Inseln warten Menschen auf Rettung

Die Hafenstadt Beira traf der Zyklon "Idai" besonders schwer. Die Dörfer in den Randgebieten sind fast völlig zerstört.
Überflutete Hütte im Umland Beiras.

Das größte Überschwemmungsgebiet liegt allerdings westlich der Stadt Beira, entlang des Flusses Pungwe. Viele der Menschen, die hier lebten, sitzen noch immer auf kleinen Inseln fest, die sich nach der Überflutung gebildet haben und können nur über Helikopter und per Boote versorgt werden. Anfangs wurden diese Menschen nach Beira gebracht, doch da die selbst völlig zerstörte Stadt Hinblick auf auf die Aufnahme von Flüchtlingen inzwischen an ihre Grenzen stößt, werden sie nun vor Ort versorgt. In kleinen Zelten und den wichtigsten Hilfsgütern harren die Menschen nun auf den Inseln aus.

Obwohl immer noch ein riesiges Gebiet überschwemmt ist, gehen die Wasserstände langsam zurück. Dieses Gebiet wird als die Kornkammer des Landes bezeichnet und kurz- und mittelfristige Auswirkungen auf die Nahrungsmittelsicherheit sind zu erwarten.

Es gibt viel zu tun

Die Not in Mosambik ist groß und für unser kleines Team vor Ort gibt es eine Menge zu tun. Wir beginnen unsere Nothilfe mit der akuten medizinischen Versorgung in der Hafenstadt Beira und der Rehabilitierung der Brunnen. Sollte die Stadt langfristig ohne sauberes Wasser bleiben, könnten sich zusätzlich zu der Zerstörung durch das verunreinigte Wasser Krankheiten und Epidemien wie Cholera ausbreiten, was es dringend zu verhindern gilt.

In Absprache mit dem Gesundheitsministerium wollen wir uns außerdem um den Wiederaufbau und die Versorgung eines Krankenhauses kümmern.