Die Slums liegen direkt am Meer. Daher ist es besonders wichtig den Müll schnell zu beseitigen.

Die etwas andere Putzaktion

Hilferuf aus den Slums

Eine eingestützte Mauer hatte zur Überflutung eines Viertels mit Müll geführt.Vor circa zwei Wochen wandte sich der Chief einer Community im größten Slum Freetowns an unsere Mitarbeiter in der Hauptstadt Sierra Leones und bat um Hilfe: Eine eingestürzte Mauer und kaputte Rohre hatten dazu geführt, dass der Müll anderer Communities sein Viertel völlig überflutet hatte. Der Abfall lag kniehoch direkt zwischen all den Hütten. Sofort traf sich das kleine Cap Anamur-Team in Freetown mit den Bewohnern und dem Chief, um sich ein Bild der Lage zu machen – und stand dabei bis zu den Knien im Müll. Es musste schnell gehandelt werden, denn Dreck und Abfall ziehen Ratten und Kakerlaken an und erhöhen die Chance, dass Krankheiten ausbrechen drastisch.

Eine besondere Putzwoche

Gemeinsam mit einigen lokalen Mitarbeitern organisierte unser Team einige Müllsäcke, Schaufeln und Eimer und motivierte möglichst viele Helfer, um bei der Putzaktion mit anzupacken. In den Slums von Freetown gibt es keine Müllabfuhr, die die großen Müllberge aufsammelt und abholt. Daher sammeln die Bewohner der Slums ihren Abfall seit jeher an einigen Stellen. „Der Slum liegt direkt am Meer und damit nicht all der Müll im Meer landet, bauen sie aus vielen Steinen einen großen Wall und auch auf die Müllberge kommen Steine und Schutt. Bevor nicht eine endgültige Lösung für die Müllentsorgung gefunden wird, ist das momentan der beste Weg. Die Müllhalde liegt kilometerweit entfernt und es ist nicht möglich den ganzen Abfall dort hinzutragen“, so Cap Anamur-Administratorin Rebecca.

Unser Team vor Ort kam den Bewohnern zu Hilfe und startete eine große PutzaktionIn der vergangenen Woche haben alle Bewohner zusammen angepackt und den Müll abtransportiert. Bei einer erneuten Tour durch die besonders betroffenen Viertel eine Woche später, war unser Team von den Fortschritten begeistert. Der Marktplatz, der noch eine Woche zuvor mit allerlei Dreck zugeschüttet war, war beinahe wieder komplett frei. Auch der kleine Bach, der durch die Community fließt, war schon zum größten Teil gereinigt. „Bei den Temperaturen hier, ist das Beseitigen des ganzen Mülls besonders harte Arbeit. Aber Dank der vielen Helfer, Schaufeln und Rechen fiel die Arbeit etwas leichter“, sagte Rebecca.

Unser Kinderschutzhaus Pikin Paddy liegt nahe beim größten Slum der Stadt, daher stehen wir in engem Kontakt mit den Bewohnern und den Chiefs der Communities. Wenn es ein größeres Problem gibt, dann erfahren wir sofort davon. Zusammen mit den Slum Bewohnern finden unsere Mitarbeiter meist schnell eine Lösung.