Eine Katastrophe mit Ankündigung

Wie wir unsere Projekte auf Corona vorbereiten

Gerade in den Ländern, in denen das Gesundheitssystem bereits instabil ist, wird der Corona-Erreger, der uns in Deutschland seit einigen Wochen in Atem hält, besonders großen Schaden anrichten. Wo vorher schon Medikamente, moderne Intensivstationen und ausgebildete Fachkräfte fehlten, wird die Bevölkerung besonders schwer getroffen werden. Menschen, die sich weder leisten können Zuhause zu bleiben und oft noch nicht mal genügend Geld für Schutzmasken für ihre Familie haben, sehen einer Katastrophe entgegen.

Daher sind wir vom ersten Moment der Ausbreitung von Covid-19 bemüht in unseren Projekten die passenden Maßnahmen zu treffen. In Afghanistan haben wir als erstes ein Notfallpaket mit Schutzkleidung für die medizinische Versorgung in Herat zur Verfügung gestellt, da hier durch den Grenzverkehr zum Iran bereits früh einige Fälle auftraten. In Afrika ist Corona bereits großräumig angekommen, beinahe jedes Land ist betroffen, positive Testergebnisse gibt es jedoch kaum. Eine genaue Zahl der Infizierten kann in Afrika nicht erhoben werden kann, weil die Möglichkeiten, Patienten zu testen kaum oder gar nicht gegeben sind. Die Symptome von Covid 19 sind dazu kaum von Malaria oder anderen Erkrankungen zu unterscheiden.

Wir von Cap Anamur bereiten uns so gut es geht auf die aktuelle Situation vor, doch ist dies in Afrika schwieriger, als in vielen anderen Teilen der Welt. So ist es kaum noch möglich Mitarbeiter einzufliegen, da die meisten Länder als erste Maßnahme die Grenzen geschlossen haben. Atemschutzmasken sind zur echten Mangelware geworden und die Preise auf dem Markt sind innerhalb weniger Tage in die Höhe geschossen. Daher nutzen wir diese Krise, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen und lassen unsere Masken nun von Nähern und Näherinnen aus unseren Projektorten anfertigen.

Überall in unseren Projekten haben wir Stationen zum Händewaschen aufgestellt, vor allem an viel frequentierten Orten wie an Marktplätzen oder Schulen. In unseren Hospitälern betreiben wir Aufklärungsarbeit und schulen das lokale Personal.

„Die Menschen vor Ort sind in Sorge, denn sie haben in den Nachrichten gesehen, wie schlimm das Coronavirus die vergleichsweise reichen Kontinente Europa und die USA getroffen hat. Wir sind vorbereitet, doch wer weiß, was wirklich auf uns zukommt kommt“, so Johannes Plate, Cap Anamur Projektkoordinator im Sudan. Vor uns liegt eine Katastrophe mit Ankündigung, die wie so oft vor allem die Ärmsten treffen wird. Bitte helfen Sie uns helfen!