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Beirut: Eine erneute Katastrophe bedarf unseres Einsatzes

Eine verehrende Explosion am Dienstag, den 04. August, im Hafen von Beirut, hat bisher 135 Todesopfer und mehr als 5.000 Verletzte zur Folge.

Die Bilder und Videos aus Beirut, die uns erreichen, sind schockierend und die zerstörerische Kraft der Explosion ist auf diesen Filmen nahezu spürbar. Unser Team von Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V. ist rund 50 km von Beirut entfernt, aber auch hier waren die Auswirkungen der Explosion noch spürbar – selbst hier wackelten die Fenster. Projektkoordinator Volker Rath hat sich direkt auf den Weg nach Beirut gemacht. Er schildert eine Zerstörung, wie er sie nur ganz selten nach Katastrophen gesehen hat. „Das Bild ist an Tragik fast nicht zu überbieten“ berichtet er. Das Viertel rund um den Hafen ist zerstört worden. Die Detonation hat auch in weiter entlegenen Stadtteilen für erhebliche Schäden gesorgt.

Alle Notaufnahmen und OPs sind aufgrund der vielen Verletzten überfüllt. Die akuten Notbehandlungen wurden, u.a von Privatkliniken, kostenfrei durchgeführt. Da ein Krankenhaus evakuiert werden musste, wurden viele Patienten auf andere Häuser verteilt. In der Krise steht man zusammen!

Alle Wohnungen in Hafennähe und im umliegenden Stadtgebiet sind nun unbewohnbar – auf einen Schlag sind mehr als 250.00 Menschen obdachlos geworden. Darüber hinaus wurden bei der gigantischen Explosion große Nahrungsmittellager völlig zerstört, ohne Hilfe werden viele Menschen im Libanon hungern müssen.

Libanon stand schon vor dieser unbeschreiblichen Katastrophe kurz vor dem Kollaps. Es gibt kaum Medikamente im Land und keine medizinische Versorgung für die Bevölkerung. Die Währung verliert täglich an Wert, alles wird teurer: Nahrung, Kleidung, Medizin sind für viele nicht bezahlbar. 2 Mio. Flüchtlinge aus Syrien leben unter schlimmsten Bedingungen. Für viele Notleidende im Libanon wird sich die Lage nun weiter zuspitzen.

Aufräumarbeiten, Beirut
Aufräumarbeiten, Beirut

Volker Rath: „Wir haben alles Nötige aus unserem Lager und zusätzlich alles, was wir nur irgendwie kurzfristig besorgen konnten nach Beirut gebracht. Verbandsmaterial, Schutzmasken, Tetanus Impfstoffe, Desinfektionsmittel, Nahtmaterial, Infusionen und Anästhesiemittel, denn leider sind bei der Explosion auch einige Lager mit medizinischem Bedarf vernichtet worden“.

Volker Rath ist seit fast 20 Jahren mit Cap Anamur in Krisenregionen im Einsatz  u. a. in Indonesien, Pakistan, Philippinen, , Somalia, Kongo, der zentralafrikanischen Republik und dem Libanon.