Fieber-Epidemie in Bangladesch

Auf den ersten Blick hätte man meinen können, Bangladesch wäre von einer Grippewelle erfasst worden. Ungewöhnlich viele Menschen klagten über Kopf- und Gliederschmerzen, hatten Fieber und teilweise Schüttelfrost. Dann kam der Ausschlag. Kleine rote Punkte, die sich über den ganzen Körper verteilten. Keine Grippewelle, sondern eine Fieber-Epidemie. Das Virus des Denguefiebers wird durch den Stich einer Stechmücke übertragen und ist in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Bangladesch traf es dieses Jahr besonders hart.

Fast 100.000 Menschen leideten unter dem tropischen Fieber. Bei den meisten Betroffenen ließen die Symptome nach wenigen Tagen ganz von selbst wieder nach. Doch jeder 15. wurde die Krankheit nicht so einfach los. Das Fieber hielt an, der Schüttelfrost wurde immer schlimmer und in einigen Fällen setzten sogar Haarausfall und unkontrollierte Blutungen ein. Vor allem Kinder und ältere Menschen mit schwachem Immunsystem waren betroffen.

In Bangladesch, einem Land, das etwa halb so groß ist wie Deutschland, leben mehr als doppelt so viele Menschen. Zusätzlich zu der so viel höheren Bevölkerungsdichte kommen in Bangladesch eine schwache Wirtschaft und eine strenge Regierung. Die Armut ist enorm. Das kostenpflichtige Gesundheitssystem ist daher nur einem Teil der Bevölkerung geöffnet.

Daher haben wir aktuell in Bangladesch Kooperationen mit vier staatlichen und drei nichtstaatlichen Krankenhäusern erarbeitet, um den Ärmsten des Landes den kostenlosen Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen. Dafür, dass diejenigen, die es sich sonst nicht leisten könnten, behandelt werden, versorgen wir die Krankenhäuser mit Medikamenten, technischen Geräten, medizinischen Instrumenten und lebenswichtigen Versorgungsmaterialien.

So konnten wir auch bei der diesjährigen Fieber-Epidemie unseren Teil dazu beitragen, dass von den 100.000 Erkrankten weniger als ein Prozent am Denguefieber verstarb. „Das schlimmste ist inzwischen ausgestanden, die Zahlen der am Fieber Erkrankten sind endlich rückläufig“, so Shabbir Uddin Ahmed, Cap Anamur-Projektkoordinator in Bangladesch, „durch die Kooperationen mit den Krankenhäusern und unsere ständige Kontrolle, konnten viele gerettet werden“.