Fußball verbindet

Wie aus Kollegen ein Team und aus Nachbarn Freunde wurden

Es begann im kleinen Rahmen in unserem Krankenhaus in Bossembélé in der Zentralafrikanischen Republik: Cap Anamur-Logistiker Marius hatte zwischen den Mitarbeitern der verschiedenen Stationen zum gemeinsamen Fußballspiel aufgerufen und die Stationen hatten sich zu kleinen Teams formiert.  Doch schnell wurden Stimmen laut, die beklagten, dass die unterschiedlich großen Stationen nicht gleich starke Mannschaften aufstellen könnten. Eine neue Idee musste her und daher fragten unsere Mitarbeiter das nächstgelegene Krankenhaus in Yaloke an. Aus den einzelnen Stations-Teams wurde ein Bossembélé-Krankenhaus-Team.

Das erste Spiel zwischen Team Bossembélé und Team Yaloke fand im etwa 65 Kilometer entfernten Yaloke statt. Inzwischen hatte das bunt zusammengewürfelte Team Bossembélé einige gemeinsame Trainingsstunden hinter sich. „Die Begeisterung für das Spiel war unglaublich. Wir wurden einige Male morgens geweckt, weil die lokalen Kollegen vor dem Dienstbeginn noch mit uns für das erste Spiel trainieren wollten“, erinnert sich Cap Anamur-Krankenschwester Joelle. Freudig erwartete die komplette Krankenhausbelegschaft das erste Spiel gegen die Nachbarstadt. Im ersten Spiel gegen Yaloke musste sich unser Bossembélé-Team leider geschlagen geben, doch stand der Spaß im Vordergrund. Besonders schön: Egal ob Amateur oder Hobby-Kicker, Berufsanfänger oder erfahrener Mediziner und ob Frau oder Mann – jeder konnte sich bei dem Spiel beteiligen.

Rückspiel in Bossembélé

Trotz der Niederlange war der Ehrgeiz in Bossembélé geweckt. Für das Rückspiel vor der heimischen Kulisse wurde neben passenden Trikots auch ein Wanderpokal gekauft, der zukünftig im Gewinner-Krankenhaus stehen sollte. Doch bevor gespielt wurde, wurden die Gegner aus Yaloke, die inzwischen auch zu Freunden geworden waren, zum Frühstücken eingeladen und durch unser Krankenhaus geführt. Die neuen Trikots und die Motivation den Pokal in Bossembélé zu behalten wirkten, denn dieses Mal gewann das Cap Anamur-Krankenhaus gegen die Gäste aus der Nachbarstadt.

Doch bevor das erneute Rückspiel geplant werden konnte, kam die große Überraschung:  Sowohl die Polizei, lokale NGO‘s als auch die dort stationierten UN-Truppen hatten ebenfalls Mannschaften zusammengestellt und wollten sich an unserem kleinen Fußballturnier beteiligen. Selbstverständlich wurden die neuen Teams freudig in unserem kleinen Fußball-Turnier willkommen geheißen.  „Es ist so schön zu sehen, wie das Krankenhaus durch den Fußball enger zusammengewachsen ist. Die Kollegen treffen sich in der Freizeit und arbeiten nun ganz anders zusammen. Dass sich uns nun weitere Teams anschließen wollen,  hat uns alle sehr gefreut. Daraus wird irgendwann noch eine richtige Liga“, so Joelle.