Grünes Juwel im Herzen Afrikas

In der Zentralafrikanischen Republik hat sich in den letzten Jahren viel getan, doch wer das Land im Zentrum Afrikas zum ersten Mal besucht, stellt schon in den ersten Stunden vor Ort einige auffällige Unterschiede zu Europa fest: Kaputte oder nicht vorhandene  Straßen, Taxis, die noch auf dem Dach Passagiere und Gepäck mitnehmen, weil sie so überfüllt sind und vor allem das Mobilfunknetz und das Internet, das in den meisten Regionen ab 22 Uhr einfach abgeschaltet wird. Doch an all des gewöhnt man sich gerne, sobald man die Menschen vor Ort kennenlernt. Bereits am Flughafen, der genau wie die meisten Flughäfen auf diesem Kontinent ziemlich chaotisch und voller Trubel ist, fällt die unglaubliche Freundlichkeit und Offenheit der Menschen hier auf. Die Einreise ist gar kein Problem. Kurz durch die Passkontrolle, ein bisschen freundlicher Smalltalk mit einem Sicherheitsmann und schon geht es zur Gepäckausgabe.

Mit einem weißen Auto, das von allen Seiten mit unserem Logo und einer durchgestrichenen Waffe beklebt ist, um direkt als Fahrzeug einer humanitären Organisation aufzufallen, geht es für Neulinge im Projekt dann nach Bossembélé, dem Hauptstandort unseres Projektes in der Zentralafrikanischen Projekt. Vom Flughafen in Bangui bis zu unserem Projektstandort in Bossembélé sind es laut Navigationsgerät etwa zweieinhalb Stunden Fahrt, doch durch die kaputten Straßen benötigt man viel mehr Zeit. Es lohnt sich in der Zeit im Auto zurückzulehnen und die Fahrt zu genießen. Der Blick aus dem Fenster fasziniert: Die Zentralafrikanische Republik ist ein unheimlich schönes Land. Immer wieder führt die Straße an kleinen Seen oder Ausläufen eines großen Flusses vorbei, durchqueren üppige Wälder und grüne Wiesen. Nachdenklich stimmen einen immer wieder die großen Last- und Forstwagen, die in großem Stil die Wälder abholzen und das Tropenholz nach Kamerun bringen, wobei unklar ist, ob es sich hier um offizielle Arbeiten handelt oder nicht.

Wer im Hospital in Bossembélé ankommt, staunt meist als erstes über die Größe des Geländes. In den letzten Jahren aber wir Stück für Stück immer mehr Abteilungen renoviert und neugebaut, so dass das Hospital in Bossembélé nun durchaus mit Krankenhäusern in Europa mithalten kann.

Was bisher passiert ist

Seit Jahren wird das Leben in der Zentralafrikanischen Republik von Kämpfen rivalisierender Milizengruppen überschattet. Religiöse Motive spielen hier eine ebenso große Rolle wie politische und wirtschaftliche Macht sowie die Sicherung von Gebietsansprüchen und wertvollen Ressourcen. Als wir die Arbeit im Distrikt-Krankenhaus der Stadt Bossembélé, welches die einzige medizinische Einrichtung für die 130.000 Menschen in der Region darstellte, begannen, war dieses heruntergekommen und praktisch handlungsunfähig. Geflüchtetes Fachpersonal, fehlende Medikamente und abrissreife Gebäude machten eine adäquate Versorgung der Menschen vor Ort praktisch unmöglich. Wir begannen daher mit dem Wiederaufbau des Hauptstandortes Bossembélé, renovierten bestehende Stationen, errichteten neue Gebäude und optimierten gleichzeitig die interne Infrastruktur. Im Anschluss folgte der Aufbau weiterer Gesundheitsposten, um das medizinische Versorgungsnetz zu vergrößern.

Aktuell wird in Bossembélé  in die Erweiterung der Diagnostik investiert, damit die Patienten noch besser behandelt werden können. Auch im Labor werden wir in der nächsten Zeit die Möglichkeiten durch neue Geräte erweitern. Die Maternity wird mit neuen Entbindungsbetten und Notfallequipment versorgt. Im Operationssaal müssen die Instrumente zu einem Großteil erneuert werden. Das sind alles Investitionen die das Krankenhaus in den nächsten Jahren auf den Weg die eigenständige Verwaltung helfen werden.

Wie es weitergeht

Eine der größten Veränderungen für die Menschen vor Ort: In Zukunft werden die Patienten für die Behandlungen bezahlen müssen. So wollen wir das Krankenhaus darauf vorbereiten sich irgendwann komplett selbstständig, also ohne internationale Hilfe, finanzieren zu können.

Ein breites Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten ist da natürlich hilfreich. Zwei Gesundheitsstationen konnten wir in der Zentralafrikanischen Republik schon in die Eigenständigkeit übergeben. Inzwischen generieren die zwei Einrichtungen genügend Einnahmen über Behandlungsgebühren und Medikamentenverkauf, um so den Betrieb eigenverantwortlich weiterzuführen. In einem so großen Krankenhaus wie in Bossembélé ist dies natürlich ein etwas größerer Schritt als in den Gesundheitsposten, doch mit dem tollen Team vor Ort und den enormen Fortschritten in den letzten Jahren, sind wir zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.