Unterstützung nachhaltig gestalten

Als Cap Anamur zu Beginn des Jahres die Arbeit im Norden Somalias aufnahm, galt es vor allem, schnell zu agieren und zuerst die akuten Probleme anzugehen. So wurden zuerst die Regionen Sabawanag und Caadadlay mit Wasser versorgt. Hier lebten vor allem Frauen, Kinder und Ältere. Der Großteil der Männer war mit dem Teil der Herde, der noch nicht verdurstet war, in Richtung Westen aufgebrochen, um Wasser und Weideland zu finden – zumeist vergeblich, denn auch dort waren die Wasserressourcen erschöpft. Die Folgen waren nicht nur der Wassermangel, sondern auch eine lebensbedrohliche Nahrungsmittelknappheit, der wir mit Paketen voller Lebensmittel für die Bevölkerung begegneten.

Auch die medizinische Situation verschlechterte sich aufgrund des Trinkwassermangels dramatisch. Tierkadaver verseuchten das Grundwasser und verunreinigte Wasserstellen förderten die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Mit einer mobilen Klinik leisteten unsere Mitarbeiter Erste Hilfe und transportierten Patienten mit einem kritischen Krankheitsbild in das nächste oft über 100 Kilometer entfernte Krankenhaus.

Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur in einer Krisensituation zu helfen, sondern auch nachhaltig zu handeln. Aus diesem Grund haben wir in Somalia Wasserauffangbecken gebaut, um auch in Zukunft die Wasserversorgung in Somalia sichern zu können. Sogenannte „Birkas“ sind Regenauffangstationen, die bis zu 500 Kubikmeter Wasser fassen können, also beinahe so viel wie ein kleines Schwimmbecken. Das neue Wasserauffangbecken liegt in der Nähe des Dorfes Balli Awad in der Region Sabawanag. Von dem dort gesammelten Wasser sollen in Zukunft bis zu 200 Familien profitieren können. Besonders in den Trockenzeiten wird Wasser zu einem raren Gut und viele einkommensschwache Familien müssen einen Großteil ihres Geldes in Wasser investieren. Durch den Bau des Auffangbeckens soll auch mit dem Abschluss unseres Projektes sichergestellt werden, dass sich die Bewohner des Ortes selbst mit ausreichend Wasser versorgen können.