Hilfe in einem der ärmsten Länder der Welt

Kriege, Aufstände und Putsche – seit die Zentralafrikanische Republik 1960 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, kehrt in dem Staat keine Ruhe ein. Cap Anamur engagiert sich seit 2013 in dem Land, das jährlich auf der Liste der ärmsten Länder der Welt unter den Top fünf zu finden ist. Auseinandersetzungen zwischen der islamischen Koalition „Séléka“ und der christlichen Gegenbewegung „Anti-Balaka“ führten im  Jahr 2013 zu einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Eine Gesundheitsversorgung weiter Teile der Bevölkerung war nicht mehr vorhanden.

Aufbau der Gesundheitsversorgung

Mit der Übernahme der Verantwortung für das große Krankenhaus in Bossembélé im Jahr 2013 begann die Arbeit von Cap Anamur in der Zentralafrikanischen Republik. Das etwa 160 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bangui gelegene Krankenhaus war stark verfallen und konnte die etwa 130.000 in dieser Region lebenden Menschen nicht mehr adäquat versorgen. Geflüchtetes Fachpersonal, fehlende Medikamente und abrissreife Gebäude machten die Klinik praktisch handlungsunfähig. Es galt daher das Krankenhaus nicht nur zu renovieren, sondern auch den Betrieb wieder aufzunehmen. Inzwischen gilt die Einrichtung als Musterkrankenhaus in der Region. Unsere entsandten Mitarbeiter versorgen in Bossembélé nicht nur jährlich über 45.000 Patienten, sondern bilden auch das lokale Personal stetig weiter. Mit weitreichenden Impf- und Aufklärungskampagnen sorgen wir zusätzlich auch für die Vorbeugung von Krankheiten.

Nach dem Aufbau des regionalen Krankenhauses in Bossembélé übernahmen wir zwei weitere Einrichtungen in Boali und Yaloke. Alle drei Hospitäler liegen an einer Ost-West Achse an der großen Verbindungsstraße, die von Bangui nach Kamerun führt und sind jeweils etwa 80 Kilometer voneinander entfernt. Die Straße ist der Knotenpunkt für die Versorgung des ganzen Landes. Damit konnten wir in der Zentralafrikanischen Republik ein stabiles, medizinisches Versorgungsnetz etablieren.

Aufgrund der verbesserten Sicherheitslage haben wir im Jahr 2016 auch mit der Versorgung der beiden Gesundheitszentren in Lamby und N’jou begonnen, die auf der Nord-Süd Achse von Bossembélé liegen und mit einer mobilen Klinik jeweils einmal pro Woche angefahren werden.

Erweiterung des Krankenhauses

Bedingt durch die anhaltenden Kämpfe war nicht nur das regionale Krankenhaus in Bossembélé in einem bemitleidenswerten Zustand. Sobald wir die medizinische Versorgung der Bevölkerung erneut gewährleisten konnten, begannen wir mit den Planungen für die baulichen Maßnahmen. Von unserem Architekten wurden zunächst alle vorhandenen Gebäude auf ihre Wertigkeit geprüft. Es entstand ein Bericht, der darüber Aufschluss gab, welche Bauwerke lediglich renoviert, welche umfassend instandgesetzt und welche schließlich neu errichtet werden mussten. Neben der Renovierung des OPs samt Chirurgie sah der Plan die Vergrößerung der Pädiatrie durch einen umfangreichen Anbau vor. Zudem sollten eine Apotheke, eine Patientenküche, eine internistische Station sowie Toiletten- und Duschräume entstehen. Sodann folgte der Ausbau der Entbindungsstation und die Installation einer neuen Strom- und Wasserversorgung.

Aufbau einer Gemeinschaft

Unsere Anwesenheit in der Zentralafrikanischen Republik verbesserte nicht nur das Gesundheitssystem maßgeblich, sondern ließ auch die vom Krieg gezeichnete Bevölkerung wieder näher zusammenrücken. Was beispielsweise mit einer Hobbyfußballmannschaft in unserem Krankenhaus in Bossembélé begann, ist inzwischen zu einem regelmäßig stattfindenden Turnier geworden, bei dem sich auch Mannschaften aus anderen Städten und der Polizei beteiligen.

Mit unserer Arbeit in der Zentralafrikanischen Republik leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Aufbau des Landes.