Hilfe für Flüchtlinge in Jordanien ausgeweitet

Nur einige Kilometer trennen die syrischen Flüchtlinge in Jordanien von ihrer Heimat und doch ist diese seit einigen Jahren immer weiter in die Ferne gerückt. Terror, Verfolgungen und Drohungen haben bereits über fünf Millionen Syrer zur Flucht gezwungen. Eine Aussicht auf baldige Heimkehr gibt es nicht.

Schon seit fünf Jahren engagiert sich Cap Anamur in Jordanien. Über 600.000 Syrer haben im Nachbarland Schutz gesucht, davon sind etwa 80.000 Flüchtlinge im Lager Zaatary registriert. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, versucht sich ein Leben außerhalb der Flüchtlingslager aufzubauen, doch für viele Familien sind die regulären Mieten einfach zu teuer. Auch wenn in einigen Berufsbereichen, wie beispielsweise der Landwirtschaft, die Arbeit inzwischen offiziell erlaubt ist, sind die Löhne in diesen Bereichen meist dementsprechend sehr niedrig.

Angefangen hatte unsere Arbeit vor Ort im November 2013 mit der Mitarbeit in einer Physiotherapie für Kriegsverletzte und der Eröffnung einer Zahneinheit. Einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Flüchtlinge lieferten wir mit der Eröffnung unserer ersten Poliklinik in Jordanien im Februar 2015 in Irbid. Die Behandlungserfolge und die hohen Patientenzahlen bestätigten unser Engagement. Daher errichteten wir 2016 eine weitere Klinik in Mafraq, eine Stadt in der Nähe der syrischen Grenze, und eine dritte Klinik im Mai 2017 in der Stadt Ashloun.

Alle Cap Anamur-Polikliniken bieten neben einer humanmedizinischen Behandlung außerdem eine umfassende zahnmedizinische Behandlung an. Eine Apotheke ist allen Kliniken angeschlossen. Sowohl die Behandlung als auch die Medikamente sind für die Flüchtlinge, die meist kaum genügend Geld zum Leben haben, kostenlos.

Fels in der Brandung ist bei all diesen Unternehmungen der Cap Anamur-Koordinator Dr. Saru Murad. Der Deutsch-Syrer aus Damaskus koordiniert nicht nur unsere Projekte in Jordanien, sondert leitete auch die Crossborder Projekte innerhalb Syriens von 2014 bis 2016, bis die Arbeit in dem Bürgerkriegsland zu gefährlich wurde.

Mit der Eröffnung einer zahnmedizinischen Einheit im großen Flüchtlingslager Zaatary vor wenigen Wochen konnte Cap Anamur ein umfassendes, medizinisches Netz für die syrischen Flüchtlinge aufbauen. In Anbetracht der wirklich komplizierten Verhältnisse in Jordanien eine – wenn auch traurige – Erfolgsgeschichte.