Hilfe im Bürgerkriegsland Somalia

Die schlimmste Dürre seit 60 Jahren hat bereits hunderttausende Somalier zur Flucht in die Nachbarländer Kenia und Äthiopien getrieben; sie hoffen auf Hilfe in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern. Am Mittwoch haben die Vereinten Nationen drei weitere Regionen Somalias als Zonen des Hungers eingestuft – darunter auch die Flüchtlingsgemeinde der Hauptstadt Mogadischus. Ihnen zu helfen ist aufgrund der Sicherheitslage besonders schwierig. „Die Stadt ist eingekesselt und viele Bereiche sind für uns nicht zu erreichen“, berichtet unser Logistiker Volker Rath aus Mogadischu. „Unter großer Gefahr schlagen sich dennoch Nacht für Nacht Menschen in die Stadt durch. Ich habe mit einer Mutter gesprochen, die über 300 Kilometer Fußmarsch hinter sich hatte.“

Trotz der äußerst angespannten Sicherheitslage engagiert sich ein Cap-Anamur-Team aus krisenerfahrenen Mitarbeitern für die Menschen in Mogadischu. Rath organisierte während seiner Evaluierungsreise vor Ort die Unterstützung für das Kinderkrankenhaus in Benadir, einem Bezirk der Hauptstadt. Zurück in Kenia kümmert er sich gemeinsam mit dem examinierten Krankenpfleger Raphael Veicht um einen Hilfstransport: Am kommenden Dienstag startet ein Flugzeug mit rund 15 Tonnen Hilfsgütern. Darunter befinden sich dringend benötigte medizinische Geräte, Medikamente und Krankenhausmaterial sowie Lebensmittel und Spezialnahrung. Denn die meisten der Patienten in dem 200-Betten-Haus leiden an Unter- beziehungsweise Mangelernährung.

Mit an Bord auf dem Weg in die Kinderklinik in Mogadischu ist auch unser Team. Neben Veicht sind das Techniker Andreas Herr und Luitgard Wiest. Die Münchenerin hat weltweit als Ärztin gearbeitet – für Cap Anamur unter anderem in Afghanistan, Kolumbien, Angola und Somalia. Sie hat Erfahrungen mit Krisen- und Katastrophensituationen und wird nun während der ersten Phase die Arbeit in der Kinderklinik unterstützen. Mitte August wird eine weitere Ärztin nach Mogadischu reisen.

Parallel prüfen wir die Möglichkeiten für einen Einsatz in Somaliland. In den unabhängigen, international aber nicht anerkannten Staat im Nordteil Somalias sind ebenfalls etliche Flüchtlinge angekommen. Cap Anamur betreute dort über mehrere Jahre ein Krankenhaus in der Hauptstadt Hargeysa.