Leben am Rande der Gesellschaft

Armut ist jedem ein Begriff. Wir kennen sie vielleicht aus eigener Erfahrung, vom Sehen, aus Berichten und Reportage, doch die wenigsten von uns kennen die Ärmsten der Armen, die sogenannten Ultra Poor. Diese Menschen leben meist isoliert am Rande der Gesellschaft, fallen durch sämtliche sozialen und staatlichen Sicherheiten und kämpfen täglich erneut ums Überleben. Häufig leben sie auf der Straße oder hausen in kleinen selbstgebauten Hütten aus Pappkarton und Wellblech. Es mangelt ihnen an allem: Lebensmittel, Wasser und Strom, Zugang zu Bildung und Medizin und teilweise sogar Kleidung. Etwa 30 Millionen Menschen gehören aktuell in Bangladesch zur Gruppe der Ultra Poor. Sie führen ihr Leben zwar meist auf den Straßen der Großstädte, doch nehmen die meisten sie und ihr Elend gar nicht mehr wahr. Wer in eine solch extreme Armut hineingeboren wird, hat es enorm schwer es raus zu schaffen.

Da die medizinische Versorgung in Bangladesch kostenpflichtig ist, bedeutet eine sonst leicht zu therapierende Krankheit für diese Menschen oft den sicheren Tod. Besonders dramatisch wirkt sich dies auch bei Geburten aus. Angesichts der hohen Krankenhauskosten entbinden viele Frauen nicht mit professioneller Hilfestellung, sondern im häuslichen Umfeld und unter katastrophalen hygienischen Voraussetzungen. Die Sterblichkeitsrate bei Mutter und Kind ist dementsprechend hoch.

Daher unterstützen wir in Bangladesch aktuell Krankenhäuser, davon vier staatliche und vier nicht-staatliche. Als Kooperation mit den Partnern beliefern wir die Einrichtungen mit Medikamenten und Verbrauchsmaterial und als Gegenleistung stellen wir sicher, dass auch die Ärmsten des Landes eine kostenfreie medizinische Versorgung bekommen.  Im vergangenen Jahr konnten so insgesamt 213.690 der Ultra Poor durch Cap Anamur kostenlos behandelt werden.