Mangelernährung als trauriger Alltag

Ein abgemagerter kleiner Körper, schwache Arme und Beine und die ständige Müdigkeit – der eineinhalbjährige Emmanuel zeigte so starke Zeichen einer Mangelernährung, dass selbst unsere erfahrenen Cap Anamur-Mitarbeiter geschockt waren. Mangelernährung bei Kindern ist auch in Uganda eine Herausforderung und leider keine Seltenheit. Neben Malaria und Pneumonie gehört Mangelernährung bei Kindern zum klinischen Alltag in Uganda.

Immer wieder behandelt unser Team in Kiryandongo, einem Gebiet im Westen Ugandas, auf der Pädiatrie Station Kinder mit starker Mangelernährung. Häufigster Grund für die Mangelernährung bei Kindern ist die Armut der Eltern. Viele Familien in Uganda besitzen schlichtweg nicht die finanziellen Möglichkeiten, um ihre Kinder ausgewogen und reichhaltig zu ernähren. Aktuell versorgen unsere deutschen Mitarbeiter vor Ort zusammen mit den lokalen Schwestern und Pflegern sechs unterernährte Kinder auf der Pädiatrie. Täglich werden die Kinder auf Station untersucht und dementsprechend die Ernährung vorsichtig stufenweise aufgebaut. Es ist ein langer Prozess bis ein Kind wieder komplett gesund ist aber mit persönlichen und medizinischen Engagement können alle jungen Patienten die Klinik früher oder später wieder verlassen. Um dies zu erreichen, ist das nötige medizinische Equipment Voraussetzung. Medikamente wie Vitamin A und Folsäure und die richtige Ernährung sind elementar in der Behandlung gegen Mangelernährung.

Der kleine Emmanuel war zu Beginn in einem äußerst schlechten Zustand. „Wir haben uns für Emmanuel besonders viel Zeit genommen. Er war am Anfang unheimlich schwach und hatte große Angst. Im Verlauf wurde er jedoch wieder kräftiger, hat immer mehr seine Späße mit uns getrieben und uns zum Lachen gebracht“, sagte Cap Anamur-Mitarbeiterin Nele Grapentin. Inzwischen konnte Emmanuel gestärkt und gesund entlassen werden. Seine Eltern bringen ihn aber regelmäßig und zur Freude aller Mitarbeiter zu den Nachuntersuchungen.