Mongolei | Ein Internat für die Nomaden Kinder

Mit nur drei Millionen Einwohnern auf einer Fläche, die viereinhalb Mal so groß ist wie Deutschland, ist die Mongolei der am dünnsten besiedelte Staat der Welt. Fast 30 Prozent der Bevölkerung lebt in dem Binnenstaat als Nomaden. Große Familien ziehen mit ihren traditionellen Rundzelten, den Jurten, von Weideplatz zu Weideplatz, oft auf angestammten Routen, denen schon die Großväter und Urgroßväter folgten. Hunderte Schafe, Kaschmirziegen und Yaks besitzt eine Familie. Manchmal auch Kamele – und natürlich Pferde. Ein Nomadenkind lernt reiten, bevor es laufen kann.

Doch Kinder, die in Nomaden-Familien aufwachsen, sind dennoch nicht von der Schulpflicht befreit. Cap Anamur unterstützt seit kurzem eine Schule, die sowohl von Kindern des Ortes als auch von Kindern aus Nomaden-Familien besucht wird. In der Sekundarschule des Ortes Zuunbayan-Ulaan des Uvurkhangai Gebietes finden bis zu 440 Kinder Platz, in einem der Schule angeschlossenen Internat können außerdem bis zu 100 Nomaden-Kinder, deren Familien nirgendwo wohnhaft sind und die somit oft viele Kilometer täglich zur Schule anreisen müssten, unterkommen. Andere schulpflichtige Nomaden-Kinder leben in dieser Zeit bei Verwandten in der Nähe oder beziehen mit ihren Müttern eine Jurte im Distrikt, während die Väter weiter mit dem Vieh auf dem Land sind. Auf diese Weise wird den Kindern der Zugang zu Bildung ermöglicht.

Beide Gebäude, die Schule und das Internat, sind  im Jahr 1976 in Betrieb genommen worden. Vor allem das Internat ist heute in einem sehr schlechten Zustand: Das Dach ist undicht, die Fassade bröckelt und die Matratzen und Decken für die Kinder wurden seit der erstmaligen Benutzung nicht einmal ersetzt. Die Temperaturen in der Mongolei können im Winter bis zu -30 Grad erreichen. Das alte und undichte Gebäude lässt sich allerdings nur schwer beheizen. So müssen die Kinder in den Wintermonaten in ihren Betten frieren.

Um den Nomaden-Kindern ein sicheres, warmes und gemütliches Umfeld zu schaffen, nimmt sich Cap Anamur dem Internat in der Mongolei an. Wir werden das Gebäude in den nächsten Wochen handwerklich und technisch aufbessern und es für die Kinder zu einem Ort machen, an dem sie gerne leben und gut lernen können. Dafür planen wir als erstes die Reparatur des Daches. Desweiteren ist die Anschaffung neuer Matratzen und Decken sowie die Ausrüstung des Ärztezimmers mit Geräten zur Ersten Hilfe geplant. Außerdem soll im Internat ein Waschraum eingerichtet werden, da die Kinder ihre Kleidung aktuell selbstständig in ihrem Zimmern oder bei Verwandten waschen müssen. So soll aus dem alten Gebäude ein hochwertiges Internat werden.