Cap Anamur baut eine Schule in Judeegaun

Während sich unsere beiden Krankenpfleger in der provisorisch eingerichteten Ambulanz um die kranken und verletzten Menschen des Bergdorfs Judeegaun und seiner Umgebung kümmern, versorgte sie unser Logistiker Jürgen Maul in der vergangenen Woche mit ausreichend Nahrungsmittel für einen Monat. Vor einigen Tagen haben wir mit der Planung für den Wiederaufbau der Schule begonnen.

Durch das Erdbeben vor zweieinhalb Wochen wurden alle Gebäude der Schule zerstört. Weder die neun Klassenräume noch die Bibliothek, die Büros oder die Speiseraum, in dem Eltern zuvor für die Kinder gekocht haben, sind reparabel. Deswegen wird Cap Anamur den gesamten Gebäudekomplex neu bauen. „Gemeinsam mit einem einheimischen Architekten planen wir den Bau der neuen, erdbebensicheren Schule“, berichtet Jürgen Maul. „Die rund 300 Schüler sollen sich in ihren neuen Klassenräumen sicher fühlen. Auch aufgrund des neuen Erdbebens am Dienstag haben die Menschen große Angst vor einem weiteren Beben und einstürzenden Gebäuden. Wann genau wir mit dem Bau der Schule beginnen können, ist leider noch ungewiss.“

Die größte Herausforderung beim Neubau der Schule stellt die Logistik dar. Das Baumaterial über die teils von Schutt und Trümmern blockierten Straßen in das Bergdorf zu schaffen, wird Wochen dauern. Hinzu kommt, dass für die nächsten Wochen der Monsunregen erwartet wird. Der Regen könnte Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen und damit Hilfslieferungen verzögern. Die Menschen, die ihr Haus verloren haben und in Notunterkünften, Zelten oder unter Planen leben müssen, wären dem Starkregen schutzlos ausgeliefert.