Nahrungsmittel und Medizin für die Menschen in Judeegaun

Seit einer Woche engagiert sich unser Nothilfe-Team im nepalesischen Krisengebiet. Unser Lager haben wir in dem abgelegenen Bergdorf Judeegaun, das etwa 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu liegt, aufgeschlagen. Trotz der in weiten Teilen nicht befahrbaren Straßen und Wege zum Dorf hinauf konnte unser Logistiker Jürgen Maul einen Nahrungsmitteltransport organisieren und die rund 1.900 Dorfbewohner mit Reis, Linsen, Öl, Salz und Zucker versorgen. Jede Familie hat einen Lebensmittelvorrat für die kommenden vier Wochen erhalten.

Parallel haben unsere beiden Krankenpfleger Anabela und Philippe Valentin mithilfe einiger Dorfbewohner innerhalb eines Tages eine behelfsmäßige Ambulanz aufgebaut und mit den nötigen Medikamenten und Verbandsmaterial ausgestattet. Seitdem versorgen wir hier die Verletzten und Kranken. Mittlerweile hat sich diese Neuigkeit rumgesprochen und auch Menschen der umliegenden Dörfer nutzen unser Angebot der medizinischen Versorgung. Denn in dieser Region kommt bisher nur wenig Hilfe an.

Trotz der Notlage haben die Menschen von Judeegaun ihren Optimismus nicht verloren: „Wir erleben jeden Tag Zuversicht anstelle von Hoffnungslosigkeit“, berichtet Jürgen Maul. „ Die Menschen blicken nach vorn, räumen den Schutt und die Trümmer so gut es geht beiseite und richten sich provisorisch mithilfe von Zelten, Planen und Decken ein Zuhause ein. Das ist sehr beeindruckend“. So waren unsere Mitarbeiter am Dienstag Gäste bei einer Hochzeit – inmitten einer Trümmerlandschaft –  und durften einige unbeschwerte Stunden erleben.

Unser Einsatzort:

Das Bergdorf Judeegaun wurde von dem Erdbeben der Stärke 7,8 am vorvergangenen Samstag schwer getroffen. Rund 1.900 Menschen leben in der von Kathmandu 60 Kilometer entfernten Gemeinde. Über 90 Prozent der insgesamt 215 Häuser liegen in Trümmern. Die Menschen, die schon zuvor wenig besaßen, haben alles verloren. Neun Dorfbewohner kamen bei dem Beben ums Leben, 60 wurden schwer verletzt, viele weitere trugen leichte Verletzungen davon. Zudem starben zahlreiche ihrer Nutztiere. Esel, Kühe, Mulis und Yaks: Für die meisten Familien ein wichtiger Teil ihrer Existenzgrundlage.