Neue Brunnen für unsere Schulen

Nach dem verheerende Erdbeben im April 2015 östlich der Hauptstadt Kathmandu haben wir bereits während der Nothilfephase begonnen, unsere Wiederaufbaumaßnahmen zu planen. Nach nur 11 Monaten war die Schule im Bergdorf Judeegaun fertig gestellt; in diesen Tagen konnten wir die zweite Schule in Chandeni eröffnen. „Auf das Ergebnis sind wir sehr stolz: Die neuen blau-weißen Schulpavillons sind in erdbebensicherer Bauweise errichtet worden und größer als ihre vom Erdbeben vollkommen zerstörten Vorgängerbauten“, berichtet unser Logistiker Horst Hühnlein.

Ein großes Problem stellte jedoch die fehlende Wasserversorgung dar. Und so haben wir zum Abschluss unserer Wiederaufbauarbeit in Nepal begonnen, für beide Schulen einen Brunnen zu bohren, der ausreichend sauberes Wasser zu Tage fördern. Doch bevor die Brunnenarbeiten an unserem ersten Standort in Judeegaun beginnen konnten, mussten die durch die Regenzeit völlig verschlammten Zufahrtswege ausgebessert werden. „Zur Prüfung des Standortes, der etwa 200 Meter von der Schule entfernt liegt, haben wir angefangen, mit Schaufeln zu graben“, sagt Horst Hühnlein. „Aber schon nach fünf Metern mussten wir abbrechen, da wir auf Fels stießen. 50 Meter weiter starteten wir unseren zweiten Versuch – diesmal erfolgreich.“

Das 12,5 Meter tiefe Loch von knapp 2 Metern Durchmesser wurde während der Grabungsarbeiten mit Betonringen gesichert. Sie schützen das Brunnenloch  vor einem Einsturz. Ein echter Knochenjob bei Temperaturen von 40 Grad und 92 Prozent Luftfeuchtigkeit. Doch es hat sich gelohnt: Der Brunnen ist sehr ergiebig. Momentan verlegt unser Team Rohre und elektrische Kabel zwischen Schule und Brunnen.

In Chandeni, unserem zweiten Standort, soll der neue Brunnen nicht nur die Schulkinder, sondern auch die Dorfgemeinschaft mit Wasser versorgen. Wir bauen diesen Brunnen in Zusammenarbeit mit der Organisation Grünhelme e.V., die sich in Nepal ebenfalls im Wiederaufbau engagiert.

Um ausreichend Wasser pumpen zu können, musste dieser Brunnen mit einer Tiefe von 155 Metern gebohrt werden. Gestern wurde die Fördermenge des Wassers mit fünf Litern pro Sekunde gemessen, was vollkommen ausreichend ist, um das ganze Dorf mit Wasser versorgen zu können. Abschließend werden mehrere Entnahmestellen eingerichtet, damit die Dorfbewohner zeitgleich an verschiedenen Stellen sauberes Trinkwasser abzapfen können.