Rasche Hilfe für Flüchtlinge in Bouali

Seit Beginn der Ausschreitungen in der Zentralafrikanischen Republik im Dezember 2012 befinden sich mehr als eine Million Menschen auf der Flucht, rund 840.000 von ihnen sind als Binnenflüchtlinge unterwegs. In Bouali, einer Stadt rund 120 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bangui, fanden knapp 600 muslimische Zentralafrikaner Asyl in einer Kirche. Sie waren in ihren Häusern nicht mehr sicher vor Angriffen. In der Hoffnung, bald wieder in ihre Häuser zurückkehren zu können, harren sie nun gemeinsam in der Kirche aus. Ihren Heimatort zu verlassen und in eines der Flüchtlingslager bei Bangui zu ziehen, kommt für die meisten nicht in Frage.

Der Imam aus Bouali und der Pater der Kirche haben sich in den vergangenen Monaten mit vollem Einsatz um diese Menschen gekümmert. Doch seit einigen Wochen haben die beiden keine Möglichkeit mehr, Nahrungsmittel zu beschaffen, denn die Versorgungslage hat sich verschlechtert und die Lebensmittelpreise sind stark angestiegen. Auch die medizinische Versorgung der Kranken wird mit jedem Tag dringlicher.

„Wie übernehmen in dieser akuten Notlage die Versorgung dieser Menschen, die ansonsten gezwungen wären, sich in die unsichere Hauptstadt zu begeben“, berichtet unser Projektkoordinator Volker Rath. Unser Mitarbeiter Marius Akpé hat bereits wichtige Grundnahrungsmittel heran geschafft und kümmert sich nun um die medizinische Versorgung. Unterstützt wird er dabei von dem medizinischen Chef des Distrikts, Dr. Kanga und einem Krankenpfleger.

Parallel starten wir unser medizinisches Projekt für das Krankenhaus von Bosséméle, das 40 Kilometer nördlich der Kirche von Bouali liegt. Hier gibt es bereits erste Zeichen der Stabilisierung und nach und nach kehren die Menschen, die zuvor Zuflucht im Busch gesucht hatten, wieder in ihr Zuhause zurück. In diesen Tagen wurde in den lokalen Radiosendern unser Projekt angekündigt. Seitdem steigen die Patientenzahlen rasant. „Unsere Hilfe ist willkommen und unbedingt notwendig. Denn vermutlich wird sich die humanitäre Lage mit der kommenden Regenzeit weiter verschlechtern“, so Logistiker Volker Rath. In den kommenden Tagen werden eine Ärztin und eine Krankenschwester zur Unterstützung dieses Projekts in die Zentralafrikanische Republik reisen.

„Mit der Wiederinbetriebnahme dieses Krankenhauses und der medizinischen Versorgung der Menschen, ganz unabhängig ihres Glaubens, möchten wir ein Zeichen der Toleranz setzen. Das soll der Grundstein sein, der den hier lebenden Christen und Muslimen zu ermöglicht, einen Schritt aufeinander zu zu gehen“, so hofft Bernd Göken, Geschäftsführer von Cap Anamur. „Bitte unterstützen Sie diese wichtige Arbeit mit Ihrer Spende.“