Unterstützung für eine Schule in den Nuba-Bergen

Von Susanne Hajek

„Das Cap-Anamur-Krankenhaus in den Nuba-Bergen liegt in Lwere, einem kleinen Ort inmitten von Hügeln. Der nächste Ort hinter den Bergen Lweres ist Kollo. Hier gibt es eine Schule, die aus fünf kleinen gemauerten Häusern mit sehr desolaten Grasdächern und ansonsten aus behelfsmäßig gepflanzten Hecken besteht. Innerhalb dieser Heckenzäune findet für weitere vier Klassen der Unterricht statt. Insgesamt sind es 230 Schüler, die aus allen Gegenden Kollos täglich zur Schule laufen.

Die meisten der Klassenräume haben keine oder nur kaputte Sitzbänke, Tische gibt es gar nicht. Viele Kinder sitzen am Boden oder auf Steinen. Die Qualität des Unterrichts leidet sehr unter den nicht vorhandenen Sitzmöglichkeiten. Wie soll man lernen, wenn man keinen Tisch zum Schreiben hat? Schlimmer noch: Die meisten Kinder haben nicht mal Material zum Schreiben. Die Preise für Hefte und Stifte sind hier, abgeschnitten vom Rest der Welt, für einen normalen Familienvater mit durchschnittlich fünf Kindern unerschwinglich.

Das Schulsystem in den Nuba-Bergen orientiert sich an dem kenianischen System; unterrichtet werden Mathematik, Wissenschaft, Religion, Englisch und Sozialkunde. Als der Direktor der Schule, Hamat Idriss, uns um Hilfe bat, musste er uns nicht lange überzeugen. Cap Anamur ist zwar primär hier, um medizinische Hilfe zu leisten – aber, wie heißt es so schön: ‚Mens sana in corpore sana‘. Ein bisschen umgedeutet: Ein gesunder Körper will auch einen gesunden Geist. Und so war es beschlossene Sache, der Schule ein bisschen unter die Arme zu greifen.

Einen Spendenaufruf und viele, viele Euros später konnte unser Einkauf in Nairobi getätigt werden und Ende Mai konnten wir Bücher, Hefte, Tafelkreide und Stifte mitsamt unseres Medikamentencargos in Empfang nehmen.

Als wir Anfang Juni dann mit unseren Kartons ankamen, wurden wir von der ganzen Schule mit Freudengeschrei begrüßt. Jedes Kind, von den Vorschülern bis zu den Schulabgängern, erhielt Schreibhefte und Stifte. Die Lehrer bekamen die Lehrbücher und Begleitlehrbücher für alle Jahrgänge und alle Klassen. Die Freude war groß! Es war schön, auch mal ohne Spritzen und Medikamente zu helfen. Den Kindern hat es definitiv besser gefallen als so mancher Krankenhausbesuch!

Es gibt noch viel zu tun in der Schule in Kollo, aber was die Lehrmittel angeht, ist der Bedarf für die nächsten zwei Jahre gedeckt. Ein großes Dankeschön allen Spendern und Helfern!“

Über Susanne Hajek

Die 32jährige Gynäkologin aus Krems in Österreich unterstützt unser Projekt in den Nuba-Bergen seit Mai 2014.