Neue Container-Klinik im Flüchtlingslager Rukban

10Im Flüchtlingslager bei Rukban, das im Niemandsland des syrisch-jordanischen Grenzgebiets liegt, sitzen laut Angaben von Amnesty International mittlerweile rund 75.000 syrische Flüchtlinge fest. Geflohen vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland leben sie nun hier in der Einöde und warten unter menschenunwürdigen Umständen auf ihre Einreise nach Jordanien – viele von ihnen schon seit mehreren Monaten.

Doch nach dem Autobombenanschlag auf einen nahe gelegenen Militärposten im Juni, bei dem sechs Soldaten starben und 14 Menschen verletzt wurden, sperrte die jordanische Regierung das Gebiet weiträumig ab. Auch für internationale Helfer bleibt die jordanische Grenze verschlossen, und damit der Weg, über Jordanien Hilfslieferungen ins Flüchtlingslager zu bringen. Deswegen sind diese Menschen seit über drei Monaten von humanitärer Hilfe weitestgehend abgeschnitten: Es fehlt ihnen an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Mehrfach wurden ihre schlechten Lebensbedingungen von Menschenrechtlern beklagt. Auf Satellitenaufnahmen wurden Massengräber entdeckt.

Cap Anamur richtet Container-Klinik ein

Trotz der Abriegelung ist es unserem Team vor Ort gelungen, eine Container-Klinik in das entlegene Wüstengebiet zu transportieren. Unser Logistiker konnte erste Medikamente liefern und medizinisches Personal einstellen. Momentan versorgen die Ärzte in den sechs Containern rund 150 Kranke und Verletzte am Tag. Sie berichten von vielfältigen und teilweise sehr schweren gesundheitlichen Problemen.

„Wir sind sehr froh, dass es uns ungeachtet der komplizierten Verhältnisse gelungen ist, an diesem Ort eine medizinische Einrichtung aufzubauen“, so Bernd Göken, Geschäftsführer von Cap Anamur. „Viele der Flüchtlinge sind in schlechter medizinischer Verfassung. Vor allem die Kinder leiden unter den extremen Bedingungen in der Wüste. Bitte unterstützen Sie unsere so wichtige Arbeit mit einer Spende für Tabletten, Infusionen, Verbandsmaterial und die Gehälter der Ärzte und Krankenpfleger.“