Syrische Flüchtlinge haben ein höheres Risiko an COVID-19 zu sterben

Schätzungsweise 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge leben im Libanon. Die große Mehrheit von ihnen lebt in beengten Lagern, in denen eine soziale Distanzierung unmöglich ist. Ihre Lebensumstände, die beengten Behausungen und die vorherrschende Armut, führen dazu, dass sie Krankheiten eher ausgesetzt sind. Die fehlende medizinische Versorgung in den Lagern lässt meist eine adäquate Behandlung der Krankheiten nicht zu. Sie leiden daher eher an Vorerkrankungen, die wiederum bei einer Corona-Infektion einen schlimmen bis tödlichen Verlauf verstärken.

Neun von zehn syrischen Flüchtlingen im Libanon lebt nach Angaben der Vereinten Nationen in extremer Armut. Als Flüchtlinge bleibt ihnen meist nur die Möglichkeit ihren Lebensunterhalt mit schlecht bezahlter Arbeit oder als Tagelöhner zu bestreiten. Sie müssen zur Arbeit hinausgehen, da sie es sich nicht leisten können zu Hause zu bleiben. Diese Umstände führen im Umkehrschluss dazu, dass sie dem Corona-Virus mehr ausgesetzt sind.

Ihre Armut verstärkt sich in den letzten Monaten noch durch die steigende Inflation. Der Wert des libanesischen Pfunds verringert sich derzeit um den Faktor 10, während sich die Lebenshaltungskosten um den Faktor 5 erhöhen. Das Leben der syrischen Familien im Libanon wird immer mehr zum Überlebenskampf und es entsteht ein Kreislauf der kaum zu durchbrechen ist.

Cap Anamur hat daher aktuell ein Programm gestartet bei dem zunächst 1.500 Verpflegungsrationen für syrische Flüchtlingsfamilien gepackt und verteilt wurden.

Dabei handelt es sich um Familien, die wir bereits mit unserer mobilen Klinik medizinisch versorgen.

Zur Eindämmung der Pandemie und zur Entlastung des lokalen Gesundheitssystems testen wir ab jetzt Familien auf Covid 19.

Mit unserer mobilen Klinik gewährleisten wir weiterhin die medizinische Versorgung in den Siedlungen im Raum Sidon und unterstützen die Menschen nun noch mit Lebensmitteln, insbesondere während der Quarantäne.

Als Hilfsorganisation leisten wir damit einen Beitrag um den Kreislauf zu durchbrechen, der die syrischen Flüchtlinge dem Corona-Virus verstärkt aussetzt.