Abschlussbericht aus Uganda

Anfang 2014 starteten wir einen Einsatz in Uganda; nun haben wir es an die örtlichen Behörden übergeben. Eine Bilanz:

Das Krankenhaus wurde 1934 in Lwala, nördlich des Kygogasees, gegründet. Es diente damals in erster Linie der Eindämmung der Kindersterblichkeit. Heute ist die Haupttodesursache in der Region Malaria. Das 100-Betten große Krankenhaus hat ein Einzugsgebiet von 103.700 Menschen und war 2014 in einem sehr baufälligen Zustand. Als wir das Projekt in Lwala begannen, fehlte es massiv an fachlich ausgebildetem Personal, an Medikamenten, medizinischem Equipment, sanitären Anlagen, einer zuverlässigen Stromversorgung und einem Wassersystem.

Kreißsaal, 2013

Also begannen wir mit der Renovierung des OPs, des Kreißsaals und der Tuberkulose-Isolationsstation. Wir installierten ein neues Wasserleitungssystem, mit welchem das Krankenhaus seither eine beständige Wasserversorgung hat. In der Trockenzeit wird das Wasser aus dem angesparten Regenwasser der Tanks genutzt. Damit werden die Ambulanz, das Labor und der Kreißsaal versorgt und können stets gereinigt werden. Der Brunnen mit einer Hand-Hebelpumpe ist die Trinkwasserquelle für viele hundert Menschen aus der Umgebung. Wir organisierten ein zuverlässiges Müllentsorgungssystem, reparierten die Sanitäranlagen und führten einen Putztag ein. Bei einem Stromausfall, hilft ein Generator aus, der die Einrichtung zusätzlich versorgt. So können die technischen Geräte weiter betrieben und Blutkonserven rund um die Uhr gekühlt werden. Nach und nach wurden das Medikamentenlager mit Medizin und das Krankenhaus mit Betten, Thermometern, Blutdruckmessgeräten, Moskitonetzen und anderen Basisgeräten ausgestattet.

Kreißsaal, 2016

Parallel haben wir auch die technische Ausstattung wesentlich verbessern können.Wir installierten ein Ultraschallgerät in einem neuen Untersuchungszimmer. Die Medikamentenlieferung hat einen regelmäßigen Rhythmus eingenommen und anstatt der vielen kleinen Orte der Medikamentenausgabe auf dem Krankenhausgelände, wurde ein großes Lager errichtet, in welchem nun alle Medikamente aufbewahrt und verteilt werden. Der Kühlschrank des Lagers ist über ein Solarpanel an die Stromversorgung angebunden, sodass nun selbst bei Stromausfall die Medikamente bei notwendiger Temperatur gehalten werden können.

Um den Menschen so schnell wie möglich zu helfen, entsandten wir direkt zu Beginn des Projektes Mediziner verschiedener Disziplinen um den lokalen Kollegen in den jeweiligen Bereichen zur Seite zu stehen und fortzubilden. Auf der Kinderstation wurde die Hilfe dringend gebraucht und Krankenpfleger und Hebammen engagierten sich besonders. Sie setzten das Gelernte sehr schnell um, was zu unserer Freude zu einer spürbaren Reduzierung der Mutter/-Kindersterblichkeit führte. Über den Projektzeitraum arbeiteten Gynäkologen, Krankenpfleger und Kinderärzte in Uganda.

Leider gibt es in der Region immer noch viele Probleme bei der Medikamentenverschreibung. Antibiotika werden falsch verordnet und Tabletten, mit der Wirkung eines Placebos, werden für viel Geld auf dem Schwarzmarkt verkauft. Somit kommen Malaria-Patienten oft erst ins Krankenhaus, wenn sie schon in einem fast komatösen Zustand sind und zur Behandlung nur noch sehr starke Antibiotika und Bluttransfusionen zur Verfügung stehen. Auch Diabetes ist für viele Menschen hier nicht alleine zu bewältigen, da die Blutzuckermessgeräte zu teuer sind. Somit führten wir mit einem Internisten eine Diabetes-Sprechstunde ein um auf die einzelnen Fälle gezielt eingehen zu können. Zur allgemeinen Aufklärung organisierten wir Schulungen für die ganze Bevölkerung zum Thema Gesundheitsvorsorge und klärten mit einem Ernährungswissenschaftler über eine gesunde Ernährung auf.

Über den Lauf der zwei Jahre konnten wir somit einiges verbessern: Der Betrieb und die Arbeitsabläufe wurden durch intensive Kontrolle bei der Dokumentation, der Hygiene, Ordnung und im Bestellwesen sehr beständig und zuverlässig. Die Personalbesetzung wurde verbessert, an die verschiedenen Bedürfnisse angepasst, und ein Schichtsystem wurde erarbeitet.

Täglich kommen die Patienten mit Mini-Bussen, auf dem Motorrad-Taxi Boda-Boda, mit dem Auto von Freunden oder der Familie oder zu Fuß zum Krankenhaus. Kleine Dörfer haben sich rund um das Krankenhausgelände gebildet. Mit 1.500 behandelten Patienten monatlich liegt das Krankenhaus zwar noch unter seiner Kapazität, jedoch hat es die Basis, um das Doppelte an Patienten aufzunehmen und sich somit in Zukunft eigenständig zu finanzieren.