Verteilung von Hilfsgütern hat begonnen

Durchnässte Kleidung, eine Plane als notdürftiges Dach und eine lange Schlange vor den Essensausgaben – die vertriebenen Rohingya kommen in Bangladesch aktuell nur mit dem Nötigsten aus. Im August attackierten Rohingya-Rebellen birmanische Sicherheitskräfte, das Militär ging daraufhin mit massiver Gewalt gegen die Minderheit vor. Von „ethnischen Säuberungen“ sprechen die Vereinten Nationen. Die muslimische Minderheit gehört zu den am meisten verfolgten Gruppen der Welt. Nachdem ihnen von der damaligen Militärjunta 1982 die Staatsangehörigkeit aberkannt wurde, gelten sie als staatenlos.

Die Situation in Bangladesch ist kritisch. Die Lebensmittel sind knapp und täglich kommen mehr Flüchtlinge in die Camps. Viele Flüchtlinge versuchen das Nachbarland auch über den Seeweg zu erreichen, doch auch diese Route ist gefährlich. Immer wieder kentern die Schiffe der Rohingya.

Insgesamt 3.000 Menschen konnten wir beim Verteilen von Hilfsmitteln bereits erreichen. Jedes Paket enthielt dabei eine Zeltplane, eine Decke, ein Moskitonetz, einen Eimer und drei Plastikboxen. Noch immer suchen weitere Rohingya Schutz in Bangladesch. Mehrere Tausend erreichten Bangladesch diese Woche über verschiedene Landesgrenzen. Auch die Neuankömmlinge wurden von uns mit einem Paket Hilfsgüter empfangen. Bei der Verteilung der vielen Hilfsgüter bekamen wir Hilfe von einem kleinen, lokalen Team. „Der Bedarf ist scheinbar endlos aber wir tun unser bestes, um so viele Flüchtlinge wie möglich mit dem nötigsten zu versorgen“, so Shabbir Uddin Ahmed, Cap Anamur-Mitarbeiter in Bangladesch.