Weihnachten im Straßenkinderschutzhaus

Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit – auch in Freetown, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Sierra Leone. Normalerweise leben hier etwa eine Millionen Menschen, doch an Weihnachten steigt die Einwohnerzahl deutlich. Viele kommen vom Land oder aus kleineren Städten nach Freetown, um hier Verwandte und Freunde zu besuchen. Daher ist die Stadt nun noch lauter und geschäftiger als sonst.

Auch im Pikin Paddy, dem Cap Anamur Schutzhaus für Straßenkinder in Sierra Leone, macht sich die Weihnachtszeit bemerkbar. Das Haus ist festlich geschmückt und die Kinder in freudiger Aufregung. Der große Tag ist hier der 25. Dezember. Dabei ist ganz egal, ob die Kinder muslimischen oder christlichen Glaubens sind – im Pikin Paddy wird zusammen gebetet und auch zusammen gefeiert.

In der Küche wird an diesem Tag schon ab fünf Uhr morgens gearbeitet. Auf zwei großen Kohleöfen brutzelt das Essen in riesigen Töpfen vor sich hin. Es werden Hühnerschenkel frittiert und große Mengen Couscous-, Nudel- und Kartoffelsalat angerührt. Ein kleines Highlight, da es normalerweise in Sierra Leone fast täglich das Hauptnahrungsmittel Reis gibt. Zur Feier des Tages bekommt jedes Kind außerdem einen Softdrink. Eine Sozialarbeiterin hat sich bereit erklärt für alle zum Nachtisch Eis selbst zu machen. Ein Festessen. Nach dem Essen wird die Musik aufgedreht und getanzt. Trotz der vollen Bäuche hält die Kinder dann nichts mehr auf den Stühlen. Unser Mitarbeiter Saidu Bah, der für das Hygiene Projekt, sowie auch für den Sportunterricht der Kinder zuständig ist, hat eine Musikanlage und einen DJ besorgt. Geld will er dafür nicht, denn jeder trägt seinen Teil dazu bei, das Fest schön zu gestalten.

Die Kinder erwarten hier keine Geschenke. An diesem Tag geht es um das Zusammensein, zusammen feiern und Spaß haben. Und das gelingt unseren Mitarbeitern und Kindern im Pikin Paddy jedes Jahr sehr gut.