Ein Zuhause für Emanuel und seine Familie

Als unsere Mitarbeiter auf Emanuel und seine Familie trafen, waren sie geschockt. Seine Mutter war alleinerziehend und lebte mit ihren fünf Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren auf der Straße. Emanuel selbst hatte eine unverheilte Wunde am Bein, die er sich vor Jahren bei einem Unfall mit einem Motorradfahrer zugezogen hatte und die nie ärztlich versorgt worden war. Durch die Verletzung und das Leben auf der Straße war das Bein dick und die Wunde noch immer nicht abgeheilt. Das sogenannte Night Tracking gehört zu den regelmäßigen Maßnahmen unserer Mitarbeiter im Pinkin Paddy, unserem Schutzhaus für Straßenkinder in Freetown. Dabei werden Kinder, die meist unter widrigsten Umständen und mit einem schweren Einzelschicksal auf der Straße leben müssen, in unser Schutzhaus eingeladen. Neben Kleidung und Lebensmitteln erhalten die Kinder von uns auch psychologische Unterstützung beim Aufarbeiten ihrer Lebenssituation sowie Zugang zu Bildung.

Parallel dazu sind wir bestrebt die Familienangehörigen der Straßenkinder ausfindig zu machen. Verläuft diese Suche erfolgreich, versuchen unsere Mitarbeiter die Probleme in der Familie aufzuarbeiten und die Kinder wieder zu integrieren. Zurück in ihren Familien werden die Kinder von uns jedoch nicht alleine gelassen. In der Nachsorge kümmern wir uns darum, dass die Zukunftsperspektive der Kinder langfristig verbessert wird, sie die Schule regelmäßig besuchen und das Leben auf der Straße keine Alternative mehr darstellt.

Die Zahlen sprechen für den Erfolg des Projekts. Von den 185 Kindern, die wir 2016 in unserem Schutzhaus aufgenommen haben, konnten wir 93 Prozent erfolgreich wieder in ihre Familie integrieren. Dort leben sie bis heute und besuchen regelmäßig die Schule. Auch Emanuel und seiner Familie konnten wir helfen. Seine offene Wunde am Bein wurde erst von uns und später im Krankenhaus stationär versorgt. Zwar ist die Wunde bis heute nicht völlig verheilt, doch befindet sich der 10-Jährige auf dem Weg der Besserung. Emanuel und seine Geschwister können nun, da wir das Schulgeld bezahlen, auch endlich am Unterricht in der lokalen Schule teilnehmen. Der Familie stellen wir außerdem eine kleine Wohnung in einem ruhigen Vorort, abseits des Armenviertels von Freetown. Emanuels Mutter verkauft dort nun Lebensmittel und kann sich die Miete der Wohnung ab dem nächsten Jahr voraussichtlich auch ohne unsere Unterstützung leisten.
>>> Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit in Sierra Leone! Unser Straßenkinderprojekt ermöglicht Kindern ein neues Leben und schenkt Hoffnung auf eine bessere Zukunft.