Weltflüchtlingstag 2018

Der Weltflüchtlingstag soll jedes Jahr auf all die Menschen aufmerksam machen, die durch Gewalt, Hunger, Verfolgung oder Angst gezwungen waren ihre Heimat zu verlassen. Die meisten von ihnen ziehen nicht weit sondern bleiben, in der Hoffnung auf baldige Rückkehr, in der Nähe ihrer Heimat.

Cap Anamur engagiert sich in verschiedenen Ländern für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen fliehen mussten.

Anhaltender Kriegszustand in Syrien

In Syrien führt das Regime Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Von 21 Millionen Syrern sind aktuell über 12 Millionen auf der Flucht. Fast die Hälfte aller syrischen Flüchtlinge sind Kinder. Viele der Vertriebenen hoffen, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können und haben sich daher unweit von Syrien, im Nachbarland Jordanien, notdürftig niedergelassen. In drei Kliniken versorgt Cap Anamur dort kostenfrei syrische Flüchtlinge.

Auch im Libanon versorgt Cap Anamur syrische Flüchtlinge. Offiziell leben 4,3 Millionen Libanesen in ihrem Geburtsland, das noch nicht einmal halb so viel Fläche hat wie Bayern. Dazu kommen eine halbe Million Palästinenser, die seit Jahrzehnten in ihren Camps leben – und nun, seit einigen Jahren, auch syrische Flüchtlinge. Genaue Zahlen, wie viele Flüchtlinge sich aktuell im Libanon aufhalten, gibt es nicht. Doch zu den rund 1,2 Millionen offiziell registrierte Syrern kommt eine Dunkelziffer von bis zu 500.000. Das bedeutet, dass etwa die Hälfte der derzeitigen Population im Libanon aus Flüchtlingen besteht. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben Flüchtlingskinder im Libanon ein Recht auf Schulbildung. Leider haben nur wenige Kinder tatsächlich die Möglichkeit, eine Schule zu erreichen. Cap Anamur sorgt für den Transport dieser Kinder zu ihren Schulen. Darüber hinaus organisieren wir kleine Reparaturen in den Siedlungen. Dabei geht es meist um Wasserpumpen oder Geräte für die Müllbeseitigung, um die hygienische Situation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Schon seit fünf Jahren engagiert sich Cap Anamur in Jordanien. Über 600.000 Syrer haben im Nachbarland Schutz gesucht, davon sind etwa 80.000 Flüchtlinge im Lager Zaatary registriert. Angefangen hatte unsere Arbeit vor Ort im November 2013 mit der Mitarbeit in einer Physiotherapie für Kriegsverletzte und der Eröffnung einer Zahneinheit. Inzwischen haben wir in Jordanien vier medizinische Einrichtungen, in denen unsere Mitarbeiter Flüchtlinge kostenlos versorgen. Erst in diesem Jahr eröffneten wir eine neue zahnmedizinischen Einheit im großen Flüchtlingslager Zaatary.

Perspektivlosigkeit in Bangladesch

Als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt gelten die Rohingya. Ende August waren in Myanmar erneut Unruhen zwischen der Regierungsarmee und der muslimischen Minderheit, die in Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt wird, ausgebrochen. Dort ist der Großteil der Bevölkerung buddhistischen Glaubens. Etwa 500.000 Rohingya flohen nach Bangladesch, wo sie nun in notdürftigen Lagern untergebracht sind. Auch im Nachbarland sind die Rohingya keine willkommenen Gäste, doch an eine Rückkehr ist nicht zu denken. Cap Anamur reagierte sofort und leistete Nothilfe in Bangladesch. So versorgten wir die Flüchtlinge mit Zelten, Decken, Nahrungsmitteln und Basismedizin.

Aufnahme statt Abschottung in Uganda

Fast eine Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan hat der Binnenstaat in Ostafrika inzwischen aufgenommen, wobei Uganda zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Mit seiner Politik der offenen Grenzen und der Zuweisung von zu bewirtschaftendem Land gilt Ugandas Umgang mit Flüchtlingen als vorbildlich. Die Stadt Moyo liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zum Südsudan entfernt. Von dem Krankenhaus der Stadt aus koordiniert Cap Anamur hier die medizinische Versorgung der vielen Flüchtlinge und der Einwohner Ugandas.

Binnenflüchtlinge im Sudan

Seit bereits 20 Jahren unterstützen wir nun auch das vertriebene Volk der Nuba im Sudan. Der Sudan gehört zu den Ländern mit den meisten Binnenflüchtlingen weltweit. Cap Anamur hilft deswegen den Menschen direkt vor Ort, liefert ihnen Hilfsgüter und ermöglicht ihre medizinische Versorgung. Mit mittlerweile sechs Außenposten im Umkreis von etwa 100 Kilometern um unser Krankenhaus in Lwere haben wir in dieser Region ein breites Versorgungsnetz aufbauen können. Zudem führen wir ein gebietsweites Impfprogramm durch, mit dem wir jährlich über 42.000 Kinder gegen Polio, Masern, Tuberkulose, Diphterie, Keuchhusten, Hepatitis und Wundstarrkrampf immunisieren.

Helfen Sie uns helfen! Spenden Sie für die Vertriebenen.