Weltfriedenstag 2018

Es gibt im Krieg keine Gewinner. Unsere Mitarbeiter, die sich häufig trotz der Gefahren in Kriegsländer begeben, um den Menschen vor Ort zu helfen, wissen das nur zu gut. Das Leid und das Elend, das unseren Mitarbeitern dabei begegnet, lassen sich oft kaum in Worte fassen. Cap Anamur hat seit der Gründung in 64 Ländern der Welt versucht mit den Waffen der Humanität dem Krieg die Stirn zu bieten, den Menschen Hoffnung und dem Frieden eine Chance zu geben.

 

Afghanistan – Keine Fachkräfte

Während der politische Einfluss der offiziellen Regierung in Afghanistan meist nicht über die Stadtgrenzen Kabuls hinausreicht, kämpfen die politischen und religiösen Anführer verschiedener Stammeszugehörigkeit in den 34 Provinzen um die regionale Vorherrschaft. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht und die Anschläge und Kämpfe fordern immer wieder zivile Opfer.

Viele Menschen flüchten vor der Perspektivlosigkeit im eigenen Land. Vor allem besser gestellte Kreise, die sich die Ausreise leisten können, fliehen vor der Gewalt. Daher erlebt Afghanistan seit Jahren einen erheblichen Schwund an Fachkräften. Dies wird vor allem in den ländlichen Regionen im medizinischen Bereich zum Problem. Die wenigen Krankenhäuser befinden sich in den Ballungszentren, die für die meisten Menschen der 34 Provinzen des Landes nicht oder nur schwer erreichbar sind. Die langen Anfahrtswege sind für die Landbevölkerung nicht nur gefährlich, sondern auch teuer und für schwer Erkrankte oder hochschwangere Frauen kaum zu bewältigen.

Mit einer Ausbildung zu Krankenpflegern und Krankenpflegerinnen wollen wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Die Ausbildung ist vom Staat anerkannt und für die Schüler, die sich verpflichten nach der Ausbildung als medizinische Fachkraft in ihr Dorf zurückzukehren, kostenlos.

 

Syrien – Kein Zuhause

Seit 2011 befindet sich Syrien in einem Bürgerkrieg, der nicht zuletzt durch die Beteiligung zahlreicher Akteure undurchsichtig und unberechenbar geworden ist. Weite Teile des Landes sind zerstört und bieten den Menschen weder eine Lebensgrundlage noch eine Perspektive für die Zukunft. Mit einer neuen Militäroffensive in der Region Daraa im Süden Syriens verloren weitere 250.000 Menschen ihr Zuhause.

Cap Anamur setzt sich in Jordanien und im Libanon für die syrischen Flüchtlinge ein. So betreiben wir fünf Polikliniken in Flüchtlingslagern in Jordanien, organisieren im Libanon den Transport zu den Gesundheitsstationen und betreuen  eine physiotherapeutische und sozialpädagogische Praxis, in der Flüchtlingskinder mit verschiedenen körperlichen Behinderungen kostenlos behandelt werden.

 

Sudan – Keine Hoffnung auf Besserung

Der sudanesische Bundesstaat Südkordofan ist seit Jahrzehnten von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gezeichnet. Neu angefacht wurden die Kämpfe 2011 bei der Gründung des neuen Staates Südsudan. Anders als von der Bevölkerung gewünscht, wurde Südkordofan nicht dem unabhängigen Südsudan zugerechnet, sondern verblieb im Machtkreis des Sudans. Die Sudanesische Volksbefreiungsarmee Nord (SPLA-N) will dem Machthaber Omar al-Bashir dieses Gebiet nicht kampflos überlassen und setzt sich gegen Regierungstruppen zur Wehr. Unter diesem Krieg leidet vor allem die Zivilbevölkerung, deren Häuser, Felder und Tiere regelmäßig Ziel von Bombardements der Regierung werden. Auch Gesundheitseinrichtungen werden gesprengt oder niedergebrannt. Nur die Höhlen der den Bundesstaat durchziehenden Nuba Berge bieten der Bevölkerung Schutz gegen die Angriffe.

Von unserem vor 20 Jahren errichteten Krankenhaus in Lwere leiten und organisieren wir unsere Aktivitäten vor Ort. Um auch entlegene Gebiete an die medizinische Basisversorgung anzuschließen, unterhalten wir inzwischen sechs Gesundheitsposten, die im Abstand von etwa 100 Kilometern verteilt sind und ein stabiles Versorgungsnetz bilden. Dort behandeln wir ein breites Spektrum an Erkrankungen und Verletzungen.

 

>>> Und es ist noch immer viel zu tun! Helfen Sie und helfen.