Zehn Jahre Shangilia

Nicht nur Cap Anamur feiert in diesem Jahr ein Jubliäum – Shangilia mtoto wa Africa, die Straßenkinder-Initiative in Nairobi auch. Es sind jetzt 10 Jahre her, dass die Schauspielerin Anne Wanjugu die ersten 17 Kinder um sich scharte, um ein zu Hause für sie zu finden.

Aus den ersten 17 sind inzwischen über 200 geworden, die sich in der engen Behausung in Kangemi drängen und viele haben durch die Vermittlung von Shangilia wieder zurückgefunden in ihre Familien, sei es, dass Eltern überzeugt werden konnten, sich um ihre Kinder zu kümmern, sei es, dass für Waisen aufnahmebereite Tanten, Onkel, Großeltern gefunden wurden.

13 Kinder haben zu Anfang des Jahres den Sprung aufs Gymnasium geschafft. Jetzt sind es schon insgesamt 27. Eine Schule zu finden, das ist für kenianische Eltern alljährlich der reinste Stress. Suzanne Njeri, seit Annes Tod die neue Mutter der Straßenkinder, ist im Januar zu nichts anderem gekommen. Aber nun sind alle untergebracht. Für Julius Kwaya, der mit 422 von 500 theoretisch möglichen Punkten zu den Besten des Landes zählt, war das kein Problem. Ihn wollten alle. Aber Suzanne musste auch einen Platz finden für die Schlusslichter, die es mit 212 Punkten so gerade geschafft haben.

Shangilias Theater spielt derzeit ein 30-Minuten-Stück über Drogenmissbrauch und hofft, damit im Nationalen Theaterwettbewerb ganz nach oben zu kommen.

Chinesische Talentsucher wurden bei Shangilias Akrobaten fündig. Sie holten Edwin Moi zur Ausbildung ins Reich der Mitte.

Im Februar gab es prominenten Besuch: Harry Belafonte, als Unicef-Botschafter und Fair Trade Promoter in Afrika unterwegs, sah sich eine Shangilia-Aufführung an und geizte nicht mit Lob für die Kinder. Suzanne bekam ein Sonderlob: Belafonte sang eigens für sie eines seiner Lieder.