Bauarbeiten halten an

Seit gut zweieinhalb Jahren arbeiten wir in der Zentralafrikanischen Republik. Neben der Verbesserung der medizinischen Versorgung durch Fortbildung der medizinischen Kollegen stehen bei diesem Einsatz vor allem die Instandsetzung des Krankenhauses sowie dessen Ausbau im Fokus. Nach und nach renovieren wir die einzelnen Gebäude, bauen wenn es nötig ist größere Stationen und optimieren die räumlichen Strukturen.

Begonnen haben unsere Baumaßnahmen mit dem Neubau der Kinderstation, der bereits im Sommer 2015 eröffnet wurde und ausreichend Platz bietet für Konsultationen, Untersuchungen, die Milchküche und die Versorgung mangelernährter Kinder. Der breite Flur dient auch als Wartezimmer. Zudem gibt es einen Bereich für die stationäre Unterbringung der Kinder. Hier können infektiöse Kinder von denen, die durch Unterernährung immungeschwächt sind, in zwei abgetrennten Bereichen untergebracht werden. So beugen wir Ansteckungen vor.

Baumaßnahmen auf Hochtouren

In diesem Jahr stand zunächst die Einrichtung der neuen Apotheke an, die seit März in Betrieb ist. Parallel wurde eine Patientenküche gebaut. Sie kann außerdem als Warteraum genutzt werden, damit die Patienten beziehungsweise die Mütter der kranken Kinder während der Regenzeit einen trockenen und sauberen Aufenthaltsort haben. Parallel haben unsere Mitarbeiter kleine Kanäle gegraben, über die das Regenwasser kontrolliert vom Krankenhausgelände ablaufen kann.

Im Anschluss, ab April, hat unser Bau-Team mit dem Ausbau der Entbindungsstation sowie der Renovierung des Operationstrakts samt Wundversorgungsraum begonnen. „Dafür mussten wir zunächst einen provisorischen Operationstrakt einrichten, denn der Krankenhausbetrieb wird während der gesamten Baumaßnahmen in vollem Umfang fortgeführt“, so Cap-Anamur-Architekt Andreas Tsukalas, der sich um die bauliche Entwicklung des Projekts kümmert. „Bei den täglichen Bauarbeiten erfordert das eine hohe Flexibilität.“

Wasser, Strom und Licht

Nicht weniger wichtig war die Instandsetzung des Brunnens, der die Wasserversorgung der gesamten Einrichtung gewährleitet: „Nachdem wir die notwendigen Grabungen bis zum Grundwasser abgeschlossen hatten, konnten wir eine neue Pumpe einbauen und den Wasserturm installieren“, berichtet Marius Akpe, unser langjähriger Logistiker. „Im Anschluss haben wir uns um das Lichtsystem gekümmert.  Dank der neuen Solarmodule können nun sowohl die Pädiatrie, die Geburtsstation, der Kreissaal sowie das Labor nachts beleuchtet werden. Das erleichtert die Arbeit in den dunklen Nachtstunden enorm.“

Die Baumaßnahmen werden trotz der Regenzeit fortgeführt, obwohl wir zu dieser Zeit immer einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen haben – darunter vor allem Menschen mit Malariainfektionen und Lungenentzündungen. Erfreulich ist, dass entsprechend der Entwicklung im technischen Bereich ebenso die medizinische Versorgung optimiert werden konnte: Das Personal ist motiviert bei der Arbeit und achtet auf den Stationen vorbildlich auf die Einhaltung der Hygienestandards, so dass bisher noch keine Sekundärinfektionen aufgetreten sind. Trotz sehr hoher Patientenzahlen kann das Krankenhausteam eine gute Behandlung sicherstellen. Die wöchentlichen Fortbildungen sind gut besucht, so zum Beispiel die von unserem Geburtshelfer Alain, die zu einem bedeutenden Fortschritt zur Qualitätsbesserung in der Geburtsstation geführt hat. In der Chirurgie führen wir regelmäßig Schulungen zu den Themen Hygiene und Sterilität durch. So soll der bereits sehr gute Standard der Abteilung weiter aufrecht erhalten werden.

Unser zweiter Standort

In Yaloké, unserem zweiten Standort in der Zentralafrikanischen Republik, haben wir die Versorgung aller Gebäude mit Elektrizität deutlich verbessert. Alle Stromleitungen wurden gegen zuverlässigere Kabel ausgetauscht, die Gebäude umfassend mit Leuchten versorgt. Auch die notwendigen Reparaturen an beschädigten Türen und Fenstern sowie undichten Dächern wurden begonnen und zum Teil bereits abgeschlossen. Um den Hygienestandard weiter anzuheben, wurden zwei Sterilisationsgeräte in Betrieb genommen. Entsprechende Einführungskurse und Probeläufe sichern die fachgerechte Bedienung durch das einheimische Personal.

>>> Lesen Sie auch den Zeitungsartikel über den Cap-Anamur-Arzt Igor Kindler, der für sechs Monate in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz war.